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Empörung beim Schweriner Behindertenverband : Weniger Geld für Behinderten-Haus

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Statt bisher 25 000 Euro erhält der Verband nach eige nen Angaben in diesem Jahr nur noch 20 000 Euro von der Stadt als Zuschuss für das Haus der Behinderten und Senioren im Mueßer Holz.

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erstellt am 21.Mär.2011 | 01:41 Uhr

Empörung beim Schweriner Behindertenverband: Statt bisher 25 000 Euro erhält der Verband nach eige nen Angaben in diesem Jahr nur noch 20 000 Euro von der Stadt als Zuschuss für das Haus der Behinderten und Senioren (Bertha-Klingberg-Haus) im Mueßer Holz. Was den Verbandsvorsitzenden Manfred Rehmer besonders ärgert, ist die Begründung für den an gesetzten Rotstift: Der Behindertenverband stelle seine Räume auch anderen Vereinen zur Verfügung und könne Einnahmen aus Miete und Pacht erzielen, heißt es in der Streichliste der Stadt.

Knapp 1300 Euro habe der Verband im vergangenen Jahr an Miete eingenommen, berichtet Schatzmeisterin Erika Dittner. 20 Euro koste die Stunde im Bertha-Klingberg-Haus. Mehr könnten die sozialen Vereine, die die Räume für Feiern und andere Anlässe nutzten, auch nicht aufbringen. "Wollten wir 5000 Euro im Jahr zusammenbekommen, müssten wir 100 Euro für die Stunde verlangen, aber dann würde niemand mehr bei uns anfragen", sagt Verbandsvorsitzender Rehmer, der auch Chef des Schweriner Behindertenbeirats ist.

Wie soll es nun wei tergehen? 12 000 Euro habe der Behindertenverband in der Vergangenheit selbst an Miete für das Klingberg-Haus gezahlt, rund 10 000 Euro an Heizkosten - in beiden Fällen an städtische Unternehmen, die Wohnungsgesellschaft Schwerin und die Stadtwerke, so Rehmer. Darüber hinaus gäbe es noch weitere Nebenkosten. Zwar fördere auch das Land das Haus mit 6500 Euro im Jahr, doch dieses Geld sei für die verschiedenen Angebote im Haus bestimmt.

Eine Gesellschaft müsse sich da ran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitbürgern umgehe, erklärt der Vorsitzende des Behindertenverbandes. Im Klingberg-Haus würden vielfältige Ak tivitäten angeboten - von Deutsch-Kursen für Migranten über Musikveranstaltungen und Kaffeenachmittage bis zum Gedächtnistraining. Das Haus in der Max-Planck-Straße sei außerdem der Sitz der von Stadt und Land geförderten Beratungsstelle des Behindertenverbandes. "Allein im vergangenen Jahr wurden fast 740 Gespräche geführt", so Rehmer.

"Wir wollen das Bertha-Klingberg-Haus unbedingt am Leben erhalten", betont der Vorsitzende des Behindertenverbandes. Die finanziellen Rahmenbedingungen seien aber durch die Kürzung des Zuschusses der Stadt deutlich schwieriger geworden.

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