zur Navigation springen

Image von Berufen : Wem vertrauen Deutsche?

vom

Dem Titel Freund und Helfer scheint die deutsche Polizei gerecht zu werden. 79 Prozent der Deutschen sprechen ihr bei einer Studie des Magazins "Reader’s Digest" "sehr hohes" oder "ziemlich hohes" Vertrauen aus.

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 09:16 Uhr

Stuttgart | Dem Titel Freund und Helfer scheint die deutsche Polizei gerecht zu werden. 79 Prozent der Deutschen sprechen ihr bei einer Studie des Magazins "Reader’s Digest" "sehr hohes" oder "ziemlich hohes" Vertrauen aus. Das sind 20 Prozent mehr als der Durchschnitt von 15 europäischen Ländern - ein "Achtungserfolg", wie der Verlag gestern berichtete. Zum Vergleich: In Russland vertrauen der Polizei bloß 16 Prozent.

Schlechtere Werte, etwa auch in Frankreich (55 Prozent) oder Portugal (52 Prozent), führt der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, unter anderem auf eine uneinheitliche Organisation zurück. "Die strenge Trennung zwischen Polizei und Militär wie in Deutschland gibt es nicht überall. Das wissen die Leute zu schätzen." Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, argumentiert: "In vielen politischen Diskussionen wird der Polizei mit Misstrauen und Skepsis begegnet, wird ihr der politische Rückhalt verweigert." Die Bürger wollten hingegen "ihre" Polizisten zum Anfassen haben.

Autohändler und Fußballer mit Reserven

Dass Polizisten nur auf Platz sechs der vertrauenswürdigsten Berufe landen - hinter Feuerwehrleuten, Krankenschwestern, Piloten, Apothekern und Ärzten, stört offenbar nicht. Am Ende der Skala rangieren die Politiker, denen bloß 9 Prozent der befragten Deutschen ihr Vertrauen aussprachen. Nur knapp davor liegen Autohändler (11 Prozent) und Fußballer (15 Prozent). Claudia Weiler vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe vermutet hinter dem schlechten Image, dass gerade auf dem Gebrauchtwagenmarkt Privatleute die Katze im Sack verkauften. Beim Deutschen Fußball-Bund wollte erst gar niemand mutmaßen, warum ausgerechnet Vertreter von Deutschlands liebster Sportart beim Vertrauen schlecht abschneiden.

Schweigend gab sich auch die Deutsche Bischofskonferenz. Der Vertrauenswert für Priester und Pfarrer sackte in diesem Jahr erneut ab - um zwei Punkte auf 37 Prozent. Im Vorjahr hatte er - vermutlich im Zuge des Missbrauchsskandals - zwölf Prozentpunkte verloren. Damit liegen die Gottesvertreter nun deutlich hinter Rechtsanwälten (53 Prozent).

Wenig überraschend hingegen die Spitzenplatzierungen: Mit 95 Prozent führen die Feuerwehrleute die nationale Auswertung an. Und dass die Krankenschwestern mit 92 Prozent auf Platz zwei liegen, ist für den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe wenig überraschend. "Man unterstellt den Pflegeberufen, dass sich die Menschen nicht aus Gewinnstreben dafür entschieden haben. Und das ist in vielen Fällen ja auch so", sagt Verbandssprecherin Silvia Darmstädter. Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit vermutet hinter Platz drei (91 Prozent), dass viele einfach froh sind, dass ihre Wünsche erfüllt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen