Weltweit hohe Erwartungen an den neuen US-Präsidenten

Die Wahl des neuen US-Präsidenten wird weltweit von vielen Hoffnungen und Erwartungen begleitet.

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04. November 2008, 02:36 Uhr

RUSSLAND verbindet die Wahl in den USA mit der Hoffnung, dass das Weiße Haus mehr Verständnis für die Sicherheitsinteressen der aufstrebenden Wirtschaftsmacht zeigt. Präsident George W. Bush hatte mit seiner Politik die Russen wiederholt bis zur Weißglut gereizt. Neben der geplanten US-Raketenabwehr in Polen und Tschechien war das vor allem die Forderung nach einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens.

ISRAEL wünscht sich einen neuen US-Präsidenten, der eine harte Politik im Atomstreit mit dem Iran verfolgt sowie den Boykott radikaler und militanter Palästinenserorganisationen fortsetzt. Die moderate Palästinenserführung um Präsident Mahmud Abbas wünscht sich, dass der Friedensprozess mit Israel rasch fortgesetzt wird. Die radikale Hamas hofft, dass der internationale Boykott gegen sie aufgehoben wird.

FRANKREICH würde Obama wählen. Auch Präsident Nicolas Sarkozy hat aus seiner Vorliebe für Barack Obama keinen Hehl gemacht. Er hofft darauf, dass Obamas Wahlsieg eine neue Ära der Partnerschaft zwischen Europa der und den USA einleitet. Kooperation wünscht er sich im Kampf gegen den Klimawandel und beim Aufbau einer neuen Finanzstruktur.

In GROSSBRITANNIEN gehen Beobachter davon aus, dass der nächste US-Präsident London und andere europäische Länder um Tausende neuer Soldaten für Afghanistan bitten wird. So könnte Premierminister Gordon Brown mit der Bereitstellung von Truppen - etwa nach einem Rückzug aus dem Irak - die speziellen britisch- amerikanischen Beziehungen neu beleben.

In PAKISTAN dürfte die US-Regierung von George W. Bush inzwischen so unbeliebt sein wie in kaum einem anderen Land der muslimischen Welt. Offiziell ist die Regierung in Islamabad zwar ein enger Partner der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die Wut auf die USA wurde in den vergangenen Monaten besonders durch US-Raketenangriffe und einen Bodenangriff auf pakistanisches Territorium angefacht.

INDIEN gehört zu den klaren Gewinnern der Ära des scheidenden US- Präsidenten: George W. Bush sorgte mit dem zivilen Nuklearpakt für die de-facto Anerkennung des südasiatischen Landes als legitime Atommacht. Dem indischen Erzfeind Pakistan verweigerte Bush einen solchen Deal.

Die Beziehungen LATEINAMERIKAS zu den USA sind seit langem von einer Hass-Liebe geprägt. Der Faszination für den American way of life steht die Verbitterung über die oft als arrogant empfundene Einmischung des großen Bruders im Norden gegenüber. Umfragen in fast allen Ländern haben eindeutige Mehrheiten für Barack Obama aufgezeigt.

In CHINA ist Barack Obama deutlich populärer als sein Gegenspieler John McCain. Allerdings muss Peking damit rechnen, dass Obama in Handelsfragen, die in den Beziehungen der USA zur drittgrößten Handelsnation China eine zentrale Rolle spielen, kompromissloser auftreten würde als McCain. Demokraten waren immer schon eher protektionistisch veranlagt. Die ARABISCHE WELT hat bei der US-Wahl einen klaren Favoriten: Barack Obama. Doch selbst wenn sein Rivale McCain den Sieg davontragen würde, wären die Menschen zwischen Damaskus und Rabat zufrieden. Nach dem Motto: Hauptsache, der Wandel kommt.

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