Weltneuheit mit Potenzial

Erfinder Dirk Schöwe (r.) und Steffen Möller, Sprecher des Güstrower Unternehmens KEA, vor dem „Kletterriesen“: „Der Markt für unser Gerät ist überall dort, wo es Kinder gibt.“ Fotos: Jens Griesbach
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Erfinder Dirk Schöwe (r.) und Steffen Möller, Sprecher des Güstrower Unternehmens KEA, vor dem „Kletterriesen“: „Der Markt für unser Gerät ist überall dort, wo es Kinder gibt.“ Fotos: Jens Griesbach

Ein multifunktionales Spielgerät zur intensiven Bewegungsförderung von Kindern – daran hat der Güstrower Dirk Schöwe lange getüftelt. Jetzt ist sein „Kletterriese“ fertig und reif für die professionelle Vermarktung. In einigen Kitas steht das zwei Meter hohe und ein Meter breite Gerät bereits. Die Kinder sind begeistert. Eine Erfindung und eine Weltneuheit mit Potenzial aus Güstrow.

svz.de von
15. Juli 2008, 08:47 Uhr

Güstrow - „Der ,Kletterriese’ wird von den Kindern gut angenommen. Sie spielen regelmäßig damit“, sagt Esther Francke. Die Leiterin der Güstrower Kita „Regenbogen“ ist überzeugt von dem neuen Spielgerät. In bereits 15 weiteren Kitas landesweit stehen die „Kletterriesen“ schon, u. a. auch in Kritzkow. Die Nachfrage ist groß.

Erfunden hat den „Kletterriesen“ der Psychomotoriker Dirk Schöwe. Dabei hat er nicht nur die Anregungen seiner drei Kinder einfließen lassen, sondern vor allem auch seine langjährige Erfahrung als Leiter der Güstrower Praxis „Tuchfühlung“, in der er Therapien für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten anbietet. „Bewegung ist der Schlüssel zu vielem“, weiß er. „Viele Verhaltensauffälligkeiten resultieren aus Bewegungsmangel.“ Gemeinsam mit den Güstrowern Dirk Grigull und Steffen Möller hat er vor kurzem die Firma KEA – Psychomotorische Konzepte und Entwicklungen gegründet, um den „Kletterriesen“ effektiver vermarkten und weiterentwickeln zu können.

Der „Kletterriese“ wurde nach den Grundprinzipien der Psychomotorik entwickelt und ist besonders für Kindereinrichtungen mit bewegungsorientierter Ausrichtung gedacht. Lange hat Schöwe nachgedacht, welche Anforderungen ein In-Door-Spielgerät erfüllen muss, damit es ganzheitlich und multifunktional ist. Er legte die Bewegungsbedürfnisse von Kindern zu Grunde. Herausgekommen ist der bisher einmalige „Kletterriese“ mit dem „Kinder spielerisch eine ganze Welt konstruieren können“, so Schöwe. Das Gerät bietet mit seinen unterschiedlichen Funktionswänden, Brettern, Hockern, Kletterstäben oder auch Stelzenstäben eine Vielzahl von Spielvarianten. Es soll auch zur Früherkennung von Entwicklungsstörungen dienen, so Schöwe.

Der Ansatz ist ganzheitlich. „Es handelt sich nicht nur um ein Spielgerät. Das wäre uns zu einfach gewesen“, sagt Steffen Möller. „KEA ist nicht nur Entwickler und Hersteller, sondern begleitet die Kitas auch bei der Umsetzung des psychomotorischen Ansatzes.“ So gibt es begleitende Kurse und Handbücher zum „Kletterriesen“.

Gebaut wird der „Kletterriese“ von der Marlower Möbel GmbH. „Das Geld, das wir zurzeit damit verdienen, fließt noch komplett in die Entwicklung eines ,Kletterriesen’ für geistig und körperlich behinderte Erwachsene“, sagt Steffen Möller. Allerdings sieht er ein großes Entwicklungspotenzial für die Güstrower Erfindung. „Betriebswirtschaftlich gibt es bei der Vermarktung keine Grenzen. Überall wo Kinder sind ist auch ein Markt für den ,Kletterriesen’. Das Gerät geht überall“, ist er überzeugt.

Zurzeit wirbt KEA speziell in Berlin und Hamburg. Denn vor allem in Großstädten mit eingeschränktem Spielplatzangebot würde der „Kletterriese“ auf kleinem Raum viele Bewegungsmöglichkeiten bieten. Auch auf Messen und Fachtagungen wurde das Spielgerät schon vorgestellt. „Hier haben wir ein positives Feedback bekommen“, sagt Steffen Möller. Er sieht allerdings auch die Gefahr, dass der neuartige „Kletterriese“ einfach von Konkurrenten kopiert wird. „Aber ohne das notwendige pädagogische Konzept dahinter funktioniert es nicht. Und das haben wir“, sagt er.

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