Wellness im Stall: In Neu Kaliß gibt jede Kuh mehr als 10 000 Liter

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23. April 2008, 09:38 Uhr

Neu Kaliß - Ganz kurz streicht Kerstin Kummer der Kuh übers Euter wie zu einer flüchtigen Begrüßung. Dann drückt die Melkerin in Neu Kaliß (Kreis Ludwigslust) etwas Milch zur Sichtkontrolle aus jeder Zitze, sauber wischen, weiter. Ihr Kollege legt die Melkgeschirre an. An der Tür warten gelassen die nächsten Schwarzbunten.

Die Agrargenossenschaft Neu Kaliß gehört zu den besten Milcherzeugern in MV und zu den Spitzenreitern bundesweit. Der Betrieb steigerte seit 1998 seine Milchleistung je Kuh und Jahr von einst 6700 auf 10 700 Liter, berichtet Sabine Krüger, Chefin des Rinderzuchtverbandes,. „Diese Entwicklung ist charakteristisch für viele Milchviehbetriebe im Osten.“ Dort hat sich die Leistung der besten Kühe seit 1990 von 4800 Kilogramm auf 8900 Kilo im vorigen Jahr fast verdoppelt.

In Neu Kaliß macht Herdenmanagerin Wiebke Schäfer für den Erfolg ihrer 400 Milchkühe „Wellnessfaktoren“ verantwortlich. „Die Kuh melkt durchs Maul“, sagt sie. Doch nicht allein das Futter bringe das Mehr an Milch. Kühe seien wie Leistungssportler. „Da muss alles stimmen: Luft, Platz, Nahrung und Hygiene.“ Und da wird den Tieren sogar Wellness mit trockenen Betten und automatischen Bürstenmassagen geboten. Selbst auf den Biorhythmus der Kuh werde geachtet: Drei- statt zweimal melken sei vorteilhafter fürs Tier. Weit mehr als eine Million Euro investierte der Agrarbetrieb Neu Kaliß in seine alten Gebäude, erklärt Geschäftsführer Otto Kirchner und verweist stolz auf Clara, die Hundertausend-Liter-Kuh, eine der wenigen im Land.

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