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13. Dezember 2017 | 08:33 Uhr

Welche Absicht steckt dahinter?

vom

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2010 | 07:29 Uhr

Prignitz | "Spitzenposition mit Gefahren" hieß es am 27. Mai auf dieser Seite. Edelgard Schimko, Geschäftsbereichsleiterin der Kreisverwaltung , hatte auf Probleme aufmerksam gemacht, die die bundesweite Spitzenposition des Landkreises Prignitz bei der Erzeugung regenerativer Energien mit sich bringen würde.

An diesen Aussagen nimmt Wilfried Treutler, Kreisvorsitzender des BUND, Anstoß. "Sie sind geeignet, Vorbehalte gegen erneuerbare Energien zu erzeugen, das ist von einer Spitzenbeamtin der Kreisverwaltung nicht zu akzeptieren", erklärt er. "Im Gegenteil, Frau Schimko ist doch wohl eher verpflichtet, die diversen Anstrengungen auf europäischer, auf Bundes- und auf Landesebene, den Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien schrittweise auszubauen, zu unterstützen und vor Ort umzusetzen."

Es sei keinesfalls so, dass die Prignitzer, weil hier im Verhältnis zu anderen Regionen sehr viel regenerative Energie erzeugt wird, "allein diesen sauberen Strom finanzieren. Das tun alle Stromkunden in Deutschland über die Ökosteuer und die Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) , nicht nur die Prignitzer. Statt offensiv diese Spitzenposition der Prignitz für einen Imagegewinn oder endlich als Wertschöpfungskette zu nutzen, warnt Frau Schimko vor konstruierten Gefahren und Nachteilen. Das ist völlig unverständlich", argumentiert Treutler. Nach seiner Ansicht versäumten es Politiker und Verwaltungen in der Prignitz noch immer, die Region und ihre Kommunen in die Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien einzubringen.

Der Vergleich der Strompreise in der Prignitz mit denen von Hamburg und Stuttgart, wie die Geschäftsbereichsleiterin es gemacht hat, sei so "als vergleicht man Äpfel mit Birnen". In ganz Brandenburg seien die Strompreise höher als im Bundesdurchschnitt, weil die Flächenversorgung wesentlich teurer sei als die einer Großstadt. Zudem wurden nach der Wende im Osten viele Energieanlagen erneuert. "Die Kosten wurden auf die Strompreise umgelegt", macht Treutler deutlich. Völlig unabhängig davon stehe es jedem frei, seinen Stromanbieter zu wechseln. "Man braucht nur mal beispielsweise unter www.verivox.de einen Vergleich anzustellen, dann stellt man fest, dass 116 Anbieter deutschlandweit günstiger sind als die Stadtwerke Wittenberge." Die Differenz betrage zwischen bis zu 300 und 400 Euro.

Die Sorge Edelgard Schimkos vor einer Zweckentfremdung landwirtschaftlicher Nutzfläche für riesige Solarfelder hält Treutler allerdings für verständlich. "Unser Ansatz ist eine weitestgehende Dezentralisierung. Energie soll dort erzeugt werden, wo sie gebraucht wird", beschreibt Treutler die Position des BUND. "Großanlagen, nur um damit Geld zu verdienen, ähnlich wie bei großen Biogasanlagen, die zu Monokulturen in der Landwirtschaft führen, werfen ein schlechtes Licht auf die regenerativen Energien". Wobei Treutler nicht gänzlich gegen Solarfelder ist, denn "es gibt auch Flächen, die man damit aufwerten kann, beispielsweise mit Hecken drum herum als Biotop", macht er deutlich. Aber landwirtschaftliche Nutzfläche sollte dafür nicht zweckentfremdet werden. "Es gibt noch genügend Dächer, die für Photovoltaikanlagen genutzt werden könnten." Auch Treutler spricht sich in diesem Zusammenhang für notwendige Regularien aus, um dem befürchteten Wildwuchs beispielsweise bei Solarfeldern entgegen treten zu können.

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