Weizen vertrocknet auf dem Feld

Der Kampf der Landwirte um einen auskömmlichen Milchpreis hält an, da wächst bereits die nächste Sorge. Seit Wochen hat es nicht geregnet. Erste Trockenschäden auf den Feldern erkennt selbst der Laie. Ertragsausfälle sind programmiert.

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05. Juni 2008, 09:08 Uhr

Güstrow - „Es ist schon dramatisch“ schätzt Sylvia Tetzlaff ein. Alle Kulturen würden inzwischen Trockenschäden aufweisen. „Besonders betroffen sind die Hackfrüchte, also Rüben und Speisekartoffeln, und der Mais“, hebt die Leiterin Pflanzenproduktion des Landwirtschaftlichen Unternehmens Sarmstorf hervor. Dort, wo der Boden durch Pflanzenwuchs nicht bedeckt ist, holt der trockene Ostwind verbunden mit Sonnenschein pur die letzte Feuchtigkeit aus dem Boden.

Andere Kulturen, so erklärt Sylvia Tetzlaff, hätten bei der Nässe im Frühjahr nur kleine Wurzeln ausgebildet, weil sie sich nach Wasser nicht strecken mussten. „Die Umstellung ist jetzt zu heftig“, sagt die Landwirtin. Besonders auf Lehmkuppen und Sandstellen vertrocknet das Getreide. Da sei auch nichts mehr zu retten. Hingegen würde baldiger Regen den Wiesen – auch hier war der erste Schnitt nicht berauschend – helfen. „Aber es ist nichts in Aussicht“, stöhnt Sylvia Tetzlaff. Dabei sei die Sorge im Unternehmen schon groß genug. Seit zehn Tagen liefern auch die Sarmstorfer keine Milch ab. „Ich hoffe, dass Molkereien und Handel bald einlenken“, betont die Landwirtin. Man werde jetzt durchhalten, bis die Ziele – u. a. ein Milchpreis von 43 Cent pro Liter – erreicht sind.

Auf dem Obsthof in Badendiek müssen die Neupflanzungen bereits bewässert werden. „Der ältere Bestand ist noch in Ordnung“, ist Wolfgang Sternberg noch zuversichtlich, dass es eine gute Ernte geben kann. Allerdings müsste es bald regnen, weil die Bäume sonst ihre Früchte abwerfen.

Bei den Erdbeeren ist die Situation schon kritischer. „Die Früchte sind klein“, konstatiert Yvonne v. Laer und spricht von deutlichen Ausfällen. Reihum werden die Erdbeerkulturen auf den Feldern bei Tieplitz beregnet. Noch schlimmer sei der Ausfall bei Spargel. „Wenn das so weitergeht, werde ich von einem Tag auf den anderen die Ernte beenden“, sieht die Chefin der Mecklenburger Frische GbR den sonst üblichen Ernteabschluss am 22. Juni diesmal als unwahrscheinlich.

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