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Vernetzung von Verwaltungsteilen in Wismar und Grevesmühlen : Weitere Kosten wegen der Kreisfusion

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Die Kreisgebietsreform könnte für den Steuerzahler ein teures Zuschussgeschäft werden. So müssen sie mitunter nicht nur längere Wege für Fahrten zur Verwaltung in Kauf nehmen.

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2011 | 11:00 Uhr

Kostenintensiv dürfte auch die Schaffung der notwendigen datentechnischen Infrastruktur zu Buche schlagen.
Konkrete Zahlen gibt es zwar noch nicht, doch Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse (SPD) will möglichst wenige Standorte in Wismar haben. "Je mehr Standorte es geben würde, desto höher ist der Aufwand. Das bedeutet zusätzliche Vernetzungen und zusätzliche Kosten", so Hesse.

Bereits ab September sollen Verwaltungsteile in Wismar arbeitsfähig sein. "EDV-technisch und telefonisch müssen sie dann an unser Haus in Grevesmühlen angeschlossen sein. Das wird nicht zum Nulltarif geschehen", verdeutlicht Vizelandrat Gerhard Rappen. Nach seinen Angaben will das Land für diesen Zweck zwei Millionen Euro zum 1. Januar 2013 zur Verfügung stellen. Die Kosten werden aber jetzt verursacht. "Eigentlich müsste es so sein, dass wir in diesem Jahr die eine Million Euro bekommen und im nächsten Jahr die andere Million. Denn jetzt haben wir die Aufwendungen", verdeutlicht Hesse. So müsse zum 4. September sichergestellt werden, dass Teile des Sozialamtes und Jugendamtes an die Verwaltung in Grevesmühlen elektronisch angebunden sind. Zwar würden diese Bereiche von Nordwestmecklenburg übernommen, aber nicht alle Mitarbeiter werden in der Malzfabrik ein neues Büro beziehen, sondern bleiben in der Hansestadt. Definitiv bleiben soll in Wismar das Katasteramt. Die Verwaltungsspitze Nordwestmecklenburg geht außerdem davon aus, dass in Wismar das Gesundheitsamt seinen Sitz haben wird. Komplett dorthin verlegt werden soll auch die Ausländerbehörde. Das bedeutet also längere Wege für diejenigen, die beispielsweise Besuch aus dem Ausland einladen möchten.

Derzeit gibt es in MV noch zwölf Landkreise und sechs kreisfreie Städte. Ab dem 4. September dieses Jahres wird die Zahl der Landkreise auf sechs und die der kreisfreien Städte auf zwei minimiert. Zum Landkreis Nordwestmecklenburg neu hinzu kommt die Hansestadt Wismar - dennoch wird dieser Kreis nicht nur von der Fläche her, sondern auch mit seinen rund 160 000 Einwohnern der kleinste im Land sein. Ob in Folge des Zusammenschlusses mit Wismar der Nordwestkreis einen neuen Namen erhält, darüber sollen die Einwohner abstimmen. Die bisherigen Vorschläge reichen von Nordwestmecklenburg, Hansekreis Wismar, Ostseekreis Wismar bis hin zum Landkreis Wismar.

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