Weißbart in der Warteschleife

Wird es das dieses Jahr nicht mehr geben? Weihnachtsmann Reinhard Zöller und seine Gehilfin Karen Larisch beschenkten beim Güstrower Weihnachtsmarkt 2007 die kleine Fabienne. Foto: Jens Griesbach
Wird es das dieses Jahr nicht mehr geben? Weihnachtsmann Reinhard Zöller und seine Gehilfin Karen Larisch beschenkten beim Güstrower Weihnachtsmarkt 2007 die kleine Fabienne. Foto: Jens Griesbach

Die gesamte Organisation für den Güstrower Weihnachtsmarkt steht, sogar der Weihnachtsmann ist schon bestellt. Allein was fehlt, sind die Händler. Sie befürchten nach schlechten Erfahrungen in 2007 ein Minusgeschäft. „Ohne Händler kein Markt“, sagt Axel Wulff vom Gewerbeverein. Vier Wochen vor seinem Beginn droht der Güstrower Weihnachtsmarkt zu scheitern.

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07. November 2008, 09:00 Uhr

Güstrow - Schon vergangenes Jahr hatte der Weihnachtsmarkt schlechte Noten bekommen. Die Händler klagten über zu niedrige Umsätze. Die Querelen führten schließlich sogar zu einem SVZ-Stammtisch über das Thema. Dieses Jahr das gleiche Dilemma. Der vom 13. bis zu 21. Dezember geplante Güstrower Weihnachtsmarkt steht auf der Kippe. „Das Problem ist das Desinteresse der Händler“, beklagt Axel Wulff vom Gewerbeverein Güstrow, der den Markt wieder organisiert. „Wenn ich keine Händler habe, kann ich den Markt nicht finanzieren.“

20 bis 30 Händler und Marktstände seien notwendig, damit sich der Weihnachtsmarkt rechne. Denn aus den Standgebühren würden das kulturelle Rahmenprogramm sowie sämtliche Nebenkosten, z. B. für die Beleuchtung, bezahlt. Vier Wochen vor dem Start gebe es aber lediglich fünf Händler, so Wulff. „Nur fünf Buden auf dem Markt, das gibt ein armseliges Stadtbild ab.“ Dabei hätten die Barlachstadt, der Förderverein Region Güstrow und der Gewerbeverein – alle zusammen in der Arbeitsgruppe „Weihnachtsmarkt“ – ihre Hausaufgaben gemacht. Die Planungen für Aufbau und Durchführung des Marktes seien abgeschlossen. Auch das Rahmenprogramm stehe bereits, so ist eine Kinderbelustigung im Rathaus vorgesehen und vom Balkon sollen Chöre singen.

Die Rostocker Event-Agentur, die den Güstrower Weihnachtsmarkt 2007 betreut hatte, kündigte Mitte des Jahres den Vertrag mit dem Gewerbeverein. Begründung: In Güstrow sei aus betriebswirtschaflichen Gründen kein Weihnachtsmarkt durchzuführen. „Wir wollen aber auch dieses Jahr wieder einen Markt haben“, unterstreicht Anett Zimmermann vom Stadtmarketing. „Das gehört zu Güstrow dazu.“ Denkbar wäre allerdings auch ein kleinerer Markt, als geplant, fügt sie an. „Wir müssen jetzt noch offensiver in die Werbung gehen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit wir dieses Jahr ein weihnachtliches Flair auf dem Güstrower Markt haben“, lautet ihre klare Ansage.

In Rostock mehr Geld zu verdienen
Burkhard Bauer vom Förderverein gibt zu bedenken, dass die meisten Händler schon lange ihre Verträge mit anderen Weihnachtsmärkten gemacht hätten, vor allem mit Rostock. Dort gebe es mehr Geld zu verdienen. „Die letzte Chance ist ein Aufruf: Händler kommt nach Güstrow und bewerbt Euch!“, sagt er.
Diesem Aufruf schließt sich auch Wulff an: „Die Standgebühren sind nicht hoch. Es wäre ein Armutszeugnis für die Barlachstadt, wenn sie keinen Weihnachtsmarkt zusammenbringen könnte“, sagt er. Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt vertraut fest auf die Gewerbetreibenden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keinen Weihnachtsmarkt geben wird“, sagt er zuversichtlich.

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