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Fest der Liebe : Weihnachten bei unseren Nachbarn

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Wie wird das Weihnachtsfest eigentlich bei unseren direkten, nicht Deutsch sprechenden Nachbarn gefeiert? Gibt es bereits so etwas wie eine europäische Weihnacht, oder bestehen da nach wie vor doch feine Unterschiede?

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erstellt am 25.Dez.2011 | 11:04 Uhr

Wie wird das Weihnachtsfest eigentlich bei unseren direkten, nicht Deutsch sprechenden Nachbarn gefeiert? Gibt es bereits so etwas wie eine europäische Weihnacht, oder bestehen da nach wie vor doch feine Unterschiede?

Der französische Weihnachtsmann heißt Père Noël. Unterschiedlich zum amerikanischen Santa Claus tritt er nicht in Jacken und Hosen auf, sondern trägt ein langes, rotes Gewand mit Zipfelmütze. Die Geschenke trägt Pére Noël nicht in einem Sack, sondern in einer "hotte" (Korb) auf dem Rücken. Dieser Korb sieht ähnlich aus wie die Körbe, die bei Weinernten eingesetzt werden. Ein beliebtes Weihnachtslied der französischen Kinder ist "Petit Papa Noël". In Ostfrankreich - besonders im Elsaß und in Lothringen - tritt um den 6. Dezember herum der Nikolaus in Begleitung seines schwarzgekleideten Helfers, des "Père Fouettard", in Erscheinung.

Dieser dunkle Geselle heißt in Belgien und den Niederlanden der "Zwarte Piet" und auch hier begleitet er an Sinterklaasavond (Nikolausabend) den Sinterklaas. Sinterklaas trägt einen Bischofshut und stützt sich auf einen gekrümmten Stab. Man sagt von ihm, dass er das Jahr über in Spanien lebt und Mitte November mit einem Dampfschiff in den Niederlanden eintrifft, was in vielen Küstenorten jeweils nachgespielt wird.

Kinder lassen ihre Schuhe vor dem Nikolausabend draußen, um sie am Morgen mit Süßigkeiten gefüllt zu finden. Dementsprechend sind der 5. Dezember in den Niederlanden und der 6. Dezember in Belgien als eigentliche Geschenktage anerkannt, während der 25. Dezember mehr ein religiöses Ereignis ist.

In der dänischen Vorweihnachtszeit wird am Abend oft eine Kalenderkerze (Kalenderlys) ausgestellt, auf der die einzelnen Tage des Dezembers bis zum 24. Dezember markiert sind.

Auch Adventskränze (Adventskrans) und selbst angefertigte Adventskalender sind weit verbreitet.

Am 13. Dezember feiern die Kinder, wie auch in den anderen skandinavischen Ländern, das Luciafest. In den Betrieben kommen die Erwachsenen oft zu einem ersten gemeinsamen Julefrokost zusammen. Hierbei werden untern anderem Törtchen (Æbleskiver) gegessen und Glühwein (Gløgg) oder das etwas stärkere dänische Weihnachtsbier (Julebryg) getrunken.

Innerhalb der Familie werden dänische Weihnachtsplätzchen (Klejner) und Pfefferkuchen (Pepperkager) gebacken.

An Heiligabend (Juleaften) wird das Wohnzimmer festlich geschmückt. Am Nachmittag schauen viele Familien gemeinsam das Weihnachtsfernsehprogramm. Anschließend werden Gans, Ente oder Schweinebraten mit Rotkohl und mit Zucker braun glasierte Kartoffeln serviert.

Als Dessert wird oft Weihnachtsgrütze (Julegrød) mit einer versteckten Mandel gegessen. Die Person, die die Mandel in ihrer Portion entdeckt, bekommt ein kleines Mandelgeschenk (Mandelgave). Zur Grütze wird oft besonderes Wichtelbier (Nisseøl) getrunken.

Eine Schüssel Grütze wird auf dem Dachboden oder vor der Tür dem Nisse (lokal auch Nis Puk) überlassen. Nisser sind nordische Wichtel, die in der Weihnachtszeit als Julenisser dem Weihnachtsmann zuarbeiten. Nach dem Essen werden Weihnachtslieder gesungen und Hand in Hand um den geschmückten Weihnachtsbaum getanzt. Der Weihnachtsbaum ist oft mit geflochtenen Weihnachtsherzen (Julehjerter) oder kleinen Täschchen aus Papier (Kræmmerhuse) geschmückt. Auch das Aufstellen eines Julebuk ist verbreitet. Anschließend werden die unter dem Baum liegenden Geschenke ausgeteilt. Am Nachmittag gehen viele Familien in einen Weihnachtsgottesdienst.

Bei unseren polnischen Nachbarn beginnt die Weihnachtszeit, ähnlich wie bei uns, mit dem ersten Advent. Die Adventszeit ist allerdings eine Zeit des Fastens, die erst mit Heiligabend endet.

In Polen wird Weihnachten normalerweise im Kreis der Großfamilie begangen. Das Weihnachtsessen (Wigilia) beginnt erst, wenn der erste Stern am Himmel aufgetaucht ist (Gwiazdka). Es wird immer ein Gedeck mehr als benötigt aufgelegt. Es ist für unerwarteten Besuch gedacht und ein Zeichen der Gastfreundschaft.

An jedem Gedeck liegt eine Oblate (Oplatek), die mit einem Bild bedruckt ist (meist Heiligenbilder). Bevor alle anfangen zu essen, geht jeder mit seiner Oblate reihum zu jedem anderen Familienmitglied, gibt ein Stück seiner Oblate ab und bricht sich ein Stück von dem des Gegenüber. Dabei werden sich die besten Wünsche für das nächste Jahr gesagt.

Das Weihnachtsessen besteht traditionell der Apostel wegen aus zwölf Gerichten und ist abgesehen vom Fisch, meist Karpfen, vegetarisch. Erst nach dem Essen werden die Geschenke ausgepackt. Danach geht die ganze Familie zur Mitternachtsmesse (Pasterka) in die Kirche. Eine in Polen zum Weihnachtsfest sehr beliebte Speise ist auch der "Sernik", ein Kuchen.

Am 24. Dezember, dem Štêdrý den, werden in Tschechien abends Geschenke gegeben. Sie sollen von Ježíšek, dem Jesuskind, kommen. Vor dem Weihnachtsmahl und dem anschließenden Geschenkeauspacken soll man nichts essen. Die Eltern sagen den Kindern, dass sie Zlaté prasátko, das goldene Ferkelchen, sehen können, wenn sie ganzen Tag nichts essen werden. Andere tschechische Weihnachtstraditionen beinhalten Zukunftsdeutungen. Äpfel werden kreuzweise geschnitten: Wenn ein Stern im Kern erscheint, steht ein gutes Jahr bevor, erscheint ein Kreuz, wird es ein schlechtes Jahr geben. Mädchen werfen Schuhe über ihre Schultern, um zu schauen, ob eine baldige Heirat bevorsteht. Dies soll eintreten, wenn der Spitz zur Türe zeigt. Auch Zinngießen gehört zu dieser Art von Tradition.

(Quelle: Wikipedia)

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