Wegen Trockenheit: Mecklenburg-Vorpommern baut Waldbestände um

Vergrößern die Waldfläche: Der Forstwirtschaftsmeister Hubertus Westphal (l.) und der angehende Forstwirt Hendrik Möller pflanzen bei Billenhagen ein Eichenbäumchen. Foto: ddp
Vergrößern die Waldfläche: Der Forstwirtschaftsmeister Hubertus Westphal (l.) und der angehende Forstwirt Hendrik Möller pflanzen bei Billenhagen ein Eichenbäumchen. Foto: ddp

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12. Mai 2008, 08:44 Uhr

Billenhagen - Hubertus Westphal macht seinen Azubis vor, wie eine junge Eiche schonend und ausreichend tief in den Boden gesetzt wird. Der Spaten müsse kraftvoll in die Erde gestochen und dann immer wieder leicht gedreht werden. 40 Zentimeter Tiefe seien gut, 60 Zentimeter besser. „Man weiß ja nie, wie das Wetter wird. Je tiefer, um so besser die Wasserversorgung“, erläutert der Forstwirtschaftsmeister vom Forstamt Billenhagen (Kreis Bad Doberan). Es sollen ja möglichst alle Bäume anwachsen, keiner vertrocknen.

Seit 1999 werden die Wälder in MV nach neuen Richtlinien aufgeforstet. „Statt Nadel- sollen künftig wieder Laubbäume überwiegen, so wie es traditionell eigentlich schon immer war“, sagt Billenhagens Amtsleiter Bernhard von Finckenstein. Längere Trockenperioden verbunden mit anhaltender Hitze machten speziell den Nadelbäumen zunehmend zu schaffen. „Laubbäume reagieren da flexibler, kommen mit diesem Wetter wesentlich besser zurecht als Kiefern oder Tannen“, sagt auch der Sprecher der Landesforstanstalt in Malchin, Falk Jagszent.

Im Durchschnitt wurden in MV in den vergangenen zehn Jahren jeweils 650 Hektar Wald erneuert. Zum großen Teil wurden Buchen und Eichen gepflanzt. Bei den Erstaufforstungen steht die Eiche im Mittelpunkt.

Bis 2100 ist das Walderneuerungsprogramm im Land ausgelegt. 2009 wird die erste von zehn Etappen abgeschlossen. Jährlich sollen in MV, das zu den waldärmsten Bundesländern zählt, 100 Hektar Wald hinzukommen. Das werden vor allem Eichenwälder sein. Zurzeit gibt es im Land 784 Hektar dieser Wälder, 2000 Hektar sollen es werden, sagt Finckenstein. Aber auch Buchen und Erlen werden gepflanzt. Fichten und Lärchen wird es künftig weniger geben. Nur Kiefern und Douglasien bleiben in den Landeswäldern verschont.

Die Frühjahrspflanzaktion steht kurz vor dem Abschluss. „Eigentlich ist Herbstzeit Pflanzzeit. Aber da schaffen wir nicht alles“, sagt Finckenstein. Glücklicherweise sei dies ein nahezu optimales Frühjahr gewesen. Während die Landwirte über den vielen Regen schimpften, sei er für die Waldarbeiter recht gekommen. So könnten die Bäume gut anwachsen.

Mit ihren Erfahrungen stehen die Forstexperten auch privaten Waldbesitzern zur Seite. Dabei gehe es um Holzvermarktung ebenso wie um Walderneuerung, sagte deren Verbandschef Karl Jochen Rave. Die privaten Waldbesitzer bewirtschaften zwischen knapp einem bis zu etwa zehn Hektar Waldfläche. Die Forstexperten helfen den Privatleuten dabei, möglichst maximale Erträge zu erzielen. Eine optimale Bewirtschaftung sei auch deshalb wichtig, weil sich selbst überlassene Wälder als Rückzugsgebiete vieler Schädlinge gelten.

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