Wegen Benzin-Preises nur Fischstäbchen

von
25. April 2008, 08:51 Uhr

Bützow - Wieder steigt der Benzin-Preis, nicht nur die Bützower Autofahrer sind verärgert. Knapp 1,54 Euro kostete gestern der Liter Super plus in Bützow.

Thomas Drewes aus Bützow arbeitet als Verkäufer in Wismar, muss jeden Tag mit dem Auto fahren. „Ich gebe rund 250 Euro im Monat nur fürs Tanken aus, viel mehr als früher“, sagt der 48-Jährige. Gestern tankt er nicht voll, sondern nur für zehn Euro. Auch sonst muss er sich wegen der hohen Preise einschränken. „Alles, was die Freizeit betrifft, da wird gespart. Wir gehen nicht mehr zum Essen aus, auch nicht ins Kino – da müsste man ja nach Rostock, das kostet dann noch mehr Geld.“ Auch bei Lebensmitteln achtet er jetzt mehr auf den Preis. „Dann gibt’s eben mal kein Gulasch, sondern Fischstäbchen.“

Maik Bunt musste früher zur Arbeit nach Rostock pendeln, jetzt fährt er mit dem Auto vor allem einkaufen oder Freunde besuchen. „Man macht schon mal ’ne Fahrt weniger“, sagt der 29-jährige Bützower. „Aber tanken muss man so oder so.“ Der Kinobesuch falle bei ihm weg, auch beim Einkaufen packe er weniger ein und achte mehr auf den Preis. Er gebe im Monat rund 50 Euro mehr für Benzin aus als früher.

Günter Höter aus Rühn ist sauer über den hohen Spritpreis. „Die Grünen wollten ja damals fünf Mark für einen Liter Benzin, das haben wir ja jetzt bald erreicht“, sagt der 72-jährige Rentner. Er hilft seiner Tochter, holte gestern Pflanzen aus Wismar ab. Auch er macht den Tank nicht voll. „Ich fahre nicht mehr als nötig und tanke auch nicht mehr als nötig“, sagt er. Bei den Fahrten versucht er möglichst, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen. „Und früher habe ich beim Tanken immer noch die Bild-Zeitung gekauft – die lasse ich heute weg.“

Bei Annette Gendig aus Kurzen Trechow bleibt die Preisanzeige bei zehn Euro stehen. „Ich muss mich zwar noch nicht einschränken, aber man gibt schon mehr Geld fürs Tanken aus als früher. Ich warte ab, wie die Preise nächste Woche sind.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen