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Rehna: Ausstellung „Mehr als Papier“ : Wechselspiel von Farben und Formen

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Fein, filigran, faszinierend - das trifft für Hildegard Mann auf die Arbeit mit Papier zu. Deshalb hat sich die Künstlerin diesem Material gewidmet und schafft daraus Kunstwerke.

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erstellt am 14.Jul.2011 | 02:00 Uhr

Fein, filigran, faszinierend - das trifft für Hildegard Mann auf die Arbeit mit Papier zu. Deshalb hat sich die Künstlerin vor allem diesem Material gewidmet und schafft daraus verschiedene Kunstwerke. "Ich arbeite gerne mit feinen Dingen. Papier - das passt einfach zu mir", sagt Hildegard Mann, die gerade ihre Ausstellung im Rehnaer Kloster vorbereitet. In den Kreuzgängen hängen zahlreiche Bilder von ihr. In den verschiedensten Farben und Formen. Blau, Rot, Grün - das sind Töne, die Hildegard Mann mag und mit denen sie gern arbeitet. "Mit Rot arbeite ich vor allem im Winter. Das hat sich so ergeben. Aber die Farbe hat Energie und wenn alles um einen herum grau ist, belebt einen das wieder", so die Künstlerin.

Geboren wurde die ehemalige Lehrerin in Wolfenbüttel. Nachdem sie relativ früh ihren Beruf aufgeben musste, zog es sie immer mehr zur Kunst. Doch wie viele Künstler, so sagt auch Mann, dass sie eher zufällig zur Kunst gekommen ist. "Ich habe eine therapeutische Ausbildung gemacht und damit ist es in Gang gekommen." Seit 1999 ist Hildegard Mann Mitglied im Kunstverein Bargteheide. Ihre künstlerische Ader hat sie im Laufe der Jahre immer mehr vertieft und erweitert. So stellt sie nicht nur Bilder her, sondern auch Skulpturen - überwiegend aus Papier. In ihrem großen hellen Atelier, wie sie erzählt, kann sie Stunden verbringen und sich ihrer Kunst widmen. Ihre Werke benennt die Künstlerin nach Dingen, die sie umgeben. "Einige heißen Meer oder Felder. Das hab ich um mich herum", sagt sie.

Während sie ihr Papier reißt, faltet, knüllt oder locht, ist sie ganz bei sich. Und schon beim Herstellen eines Kunstwerkes, entsteht im Kopf von Hildegard Mann bereits das nächste. So war es auch bei vier Bildern, die von Freitag an im Kreuzgang des Kloster hängen. Die "Tore" sollen mit ihren romanischen und gotischen Bögen an das Kloster in Rehna erinnern. "Im vergangenen Jahr haben mein Mann und ich eine Radtour gemacht und sind dann schließlich hier gelandet", sagt Mann und fängt an zu schwärmen über das Rehnaer Schmuckstück an. Für die Künstlerin war klar: "Hier mache ich mal eine Ausstellung." Deshalb hat sie auch nicht lange überlegt und mit Eva Doßmann, der Vorsitzenden des Klostervereins gesprochen und einen Termin vereinbart.

Noch vor ein paar Tagen hingen noch einige Bilder im Baumhaus am Alten Hafen in Wismar. Dort hatte die Künstlerin unter dem Titel "Symbiose" ihre Kunstwerke präsentiert. Im Kloster Rehna trägt die Ausstellung den Titel "Mehr als Papier" und zeigt, wie wichtig der Künstlerin die Arbeit mit diesem Material ist. Diese Papierreliefbilder werden aus selbst eingefärbten Japanpapier hergestellt. Und alles wird verwendet. So ergeben die beiden Bilder "Tore" ein ganzes. Denn die Rundbögen, die immer kleiner werden, hat Hildegard Mann ausgeschnitten, so dass eine gewisse Tiefe entsteht. Mit dieser Methode, dass kein Fetzen Papier bei ihr in den Papierkorb wandert, folgt sie der griechischen Philosophie "Eines entsteht aus dem Anderen". "Die ,Tore habe ich speziell für das Kloster hier gemacht", sagt Mann.

Die Besucher der Ausstellung erwartet nicht nur Papierreliefbilder in vielen Farben und Formen, sondern auch Papierskulpturen, die von der Decke des Klosters herabhängen. Einige davon sind nicht eingefärbt worden und sind weiß geblieben. Wer die Kunstwerke betrachtet, erkennt, dass die Farbe ein sehr wichtiges Element in der Kunst Hildegard Manns ist. Es ist das Zusammenspiel von Relief und Farben, dass den Betrachter fasziniert. Doch über allem steht das Motto: "In der Oberfläche liegt die Tiefe", die es auch in den Kreuzgängen des Rehnaer Klosters zu sehen gibt.

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