Wasserschutzpolizei und DRK-Wasserwacht befreien verwaiste Schwanenkinder

Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl leitete die Rettungsaktion für die jungen Schwäne.  Foto: Michael-Günther Bölsche
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Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl leitete die Rettungsaktion für die jungen Schwäne. Foto: Michael-Günther Bölsche

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27. Mai 2008, 05:42 Uhr

Plau am See - Es ist gegen 14.30 Uhr als Karl-Heinz Prahl von der Plauer Wasserschutzpolizei von einem Sportbootführer die Mitteilung bekommt, dass auf dem Plauer See, Höhe Leisten, sechs Schwanenküken in einer Reuse gefangen seien und weit und breit kein Elterntier zu sehen ist.

Umgehend fährt Prahl auf den See und findet die Tiere. Sie schwimmen immer entlang der Reusenkante und finden den Ausgang nicht mehr. Immer wieder piepsen die Kleinen und rufen auf diese Weise nach ihren Eltern. Eines der Tierchen hatte versucht, durch das Netz zu kommen, doch nur der Kopf passte hindurch.

Schaulustige versammeln sich am UferAuch Karl-Heinz Prahl kann kein Elterntier entdecken und erkennt, dass hier schnelle Hilfe gefragt ist. Mit einem Kescher werden die ersten zwei Tiere relativ schnell eingefangen. Doch er braucht Unterstützung. Diese bekommt er wenig später in Person von Cathléen Schult und Martin Pohla von der DRK-Wasserwacht.

Gemeinsam treiben sie sich die kleinen flauschigen Tiere gegenseitig zu und eines nach dem anderen landet auf dem Polizeiboot. Anschließend geht es in Richtung Polizeistation. Am Ufer in Leisten haben sich zwischenzeitlich etliche Camper versammelt und verfolgen das Geschehen durch ihre Ferngläser.

Als die Retter an der Plauer Polizeistation ankommen, wartet bereits Gabriele Freiberg von der Auffangstation für verletzte und verwaiste Wildtiere in Kläden bei Dobbertin. Liebevoll nimmt sie die Schwanenkinder in Empfang und transportiert sie nach Kläden. Bereits im Polizeiboot kauerten sich die Jungtiere eng aneinander, auch in der Transportkiste suchen sie die Gemeinsamkeit.

Tierische Findelkinder kehren auf den See zurück
In Kläden angekommen, nimmt sie Dr. Heinz Kriesel in Empfang. Sein erster fachkundiger Blick verrät: „Etwa zehn bis 14 Tage könnten sie alt sein. Das Positive ist, dass sie gleich angefangen haben zu fressen“, so der erfahrene Tierpfleger.

Alle sechs Jungtiere bleiben natürlich zusammen und bekommen Wasserpest und Wasserlinsen zum Fressen. „Schwäne sind reine Vegetarier und die Wasserpflanzen haben sie gleich angenommen, sie scheinen etwas ausgehungert zu sein“, vermutet Kriesel.

Er hofft, dass alle sechs wieder schnellstmöglich zu Kräften kommen und dass sie eines Tages, wenn sie selbstständig sind, wieder den Plauer See bevölkern werden. „Nach Möglichkeit werden unsere Pflegetiere auf Zeit nach ihrer Genesung und der Erreichung der Selbstständigkeit wieder in der Nähe ihrer Fundorte ausgesetzt“, erzählt Kriesel.

Auf die Frage, wie die Kleinen zu Waisen wurden, kann auch er keine Antwort geben. Denn Schwäne verlassen ihren Nachwuchs nicht und verteidigen diesen auch sehr stark.

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