Wasserreiche Halbzeitpause

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Auch bei Rekordtemperaturen gibt es in der Prignitzer Wasserversorgung keine Engpässe.dpa

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07. Juli 2010, 09:39 Uhr

Prignitz | Rekordtemperaturen, wie wir sie zum Beispiel am zurückliegenden Wochenende verzeichneten, können den Prignitzer Wasserversorgern nichts anhaben. Die Kapazitäten seien reichlich, auch bei 37 Grad im Schatten. Das bestätigen sowohl der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (WTAZV) als auch der Wasser- und Abwasserzweckverband Pritzwalk (WAZVP) auf Nachfrage des "Prignitzers". Beim WTAZV seien an sehr heißen Tagen nicht einmal nennenswerte Spitzenverbrauchswerte zu verzeichnen, sagt Verbandsvorsteherin Silvia Klann. "Das ist allerdings bei uns auch nicht minutiös nachzuvollziehen, da wir insgesamt 24 Wasserwerke betreuen. Da können wir die Werte natürlich nicht täglich ablesen", so Klann und ergänzt, dass das feuchte, kühle Frühjahr sich bisher kompensierend auf den Trinkwasserverbrauch auswirkt. "Im Juni haben wir insgesamt 3426 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag gefördert. Im Durchschnitt verbraucht ein Einwohner unseres Verbandsgebietes pro Tag 89 Liter Wasser", verdeutlicht Silvia Klann.

Auf detailliertere Zahlen kann ihr Kollege Michael Puls, Geschäftsführer des WAZVP, zurückgreifen. "Das liegt daran, dass wir wesentlich weniger Wasserwerke haben - insgesamt sieben. Und im größten, dem in der Stadt Pritzwalk, lesen wir die Werte täglich ab", so Puls. Dabei ergibt sich ein leicht erhöhter Verbrauch an besonders heißen gegenüber normal temperierten Tagen. Allerdings beobachten die WAZVP-Mitarbeiter in den zurückliegenden Wochen noch ein ganz anderes Phänomen: Sprunghaft ansteigende Verbrauchswerte in den Halbzeitpausen der Deutschlandspiele bei der Fußball-Weltmeisterschaft, "von 125 auf 225 Kubikmeter. Wir haben uns die Kurve interessehalber mal ausgedruckt", berichtet Michael Puls. Sehr wahrscheinlich befänden sich da alle Toilettenspülungen im Dauerbetrieb.

Eine absolute Ausnahme, denn ansonsten sind die Prignitzer sparsam im Wasserverbrauch. In beiden Verbandsgebieten, die sich regional annähernd mit den Altkreisen Perleberg und Pritzwalk decken, habe sich der Verbrauch seit der Wende etwa halbiert. Das liegt, was die absoluten Zahlen angeht, zum einen am Bevölkerungsschwund und dem Rückgang der Industrie, zum anderen an der Einstellung jedes einzelnen. "Für Trink- und auch Abwasser zahlt man heute bedeutend mehr als zu DDR-Zeiten. Zwischen 1990 und 2000 sank der Wasserverbrauch rapide", erinnert sich Puls. Da wurde vielfach neue Technik installiert, außerdem extrem gespart. Seit 2000 sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Die Werte hätten sich eingepegelt und normalisiert, so Puls. Sowohl ihm als auch Silvia Klann wäre es naturgemäß lieber, wenn die Prignitzer mehr Wasser verbrauchen würden. "Liefern könnten wir das Dreifache", sagt Michael Puls. Rund 3800 Kubikmeter Trinkwasser stellt der WAZVP täglich zur Verfügung. Ein höherer Verbrauch wirkt sich zudem günstig auf den Zustand der Abwasserleitungen aus. Werden sie ausreichend genutzt, erübrigen sich zusätzliche, teure Spülungen der Schmutzwasserkanäle.

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