Warnemünder Woche: Besucheransturm hielt bis zum Ende an

Karl Purdie konnte seinen Weltmeistertitel bei den OK-Jollen zunächst  „noch gar nicht richtig realisieren“. Foto: Pepe Hartmann
Karl Purdie konnte seinen Weltmeistertitel bei den OK-Jollen zunächst „noch gar nicht richtig realisieren“. Foto: Pepe Hartmann

von
13. Juli 2008, 08:40 Uhr

Warnemünde - Segler aus fünf Kontinenten bestimmten in den vergangenen Tagen das Bild in Warnemünde. Der Besucheransturm vom ersten Wochenende hielt weiter an – rund 650 000 Zuschauer kamen zur 71. Warnemünder Woche, soviele wie nie zuvor. Insgesamt krönten 2444 Aktive aus 30 Nationen ihre Meister, rund 180 Wettfahrten wurden ausgetragen.

„Ich kann den WM-Titel noch gar nicht richtig realisieren“ 3-5-1 lautet seine Segelnummer – und die hat Karl Purdie gerne übernommen. Denn bei der Weltmeisterschaft in Australien war der 42-Jährige OK-Jollen-Segler Fünfter geworden, im vergangenen Jahr in Polen arbeitete er sich auf den dritten Platz vor, und in diesem Jahr wollte er den Sieg – 5-3-1!

Durch eine souveräne und konstante Leistung ging am Sonnabend der Traum des smarten Seglers aus Neuseelands Hauptstadt Wellington in Erfüllung. „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Nick Craig konnte den Abstand noch einmal deutlich verringern. Bei einer weiteren Wettfahrt hätte es richtig eng für mich werden können. Ich habe lange auf den Titel hingearbeitet. Jetzt kann ich ihn noch gar nicht richtig realisieren.“

Wegen des aufziehenden Gewitters konnte am Abschlusstag nur ein Rennen beendet werden, so dass das Ergebnis bereits gegen Mittag feststand. Nick Craig (34) aus Großbritannien, der in den vergangenen drei Jahren den Titel holte, wollte noch einmal angreifen, doch das wurde durch das Wetter vereitelt.

„Klar bin ich enttäuscht, dass keine zweite Wettfahrt mehr stattfand und ich keine Chance mehr hatte aufzuholen. Aber Karl ist auch wirklich stark gesegelt“, zeigte sich der Gesamtzweite als enttäuschter, aber fairer Verlierer.

Auch Karsten Hitz (46) aus Kiel wäre gern noch mal gesegelt, wurde ihm doch die Möglichkeit genommen, noch um Platz drei zu kämpfen. Der Weltmeister von 2000 und 2001 musste sich mit nur zwei Punkten Abstand hinter dem Australier Andre Blasse mit Rang vier zufriedengeben.

In der olympischen Finn-Dinghy-Klasse segelte der Wismarer Jan Kurfeld – abgesehen von einer Disqualifikation wegen Frühstarts, die gestrichen werden konnte – eine blitzsaubere Serie. „Das war mein Wetter heute, und es ist natürlich klasse, auf dem Heimatrevier zu gewinnen“, so der 20 Jahre alte angehende Nautik-Student. Zweiter wurde der Rostocker Matthias Bohn (34).

Einen der Favoriten erwischte es ganz heftig: Masters-Weltmeister André Budzin leistete sich gleich zwei Fehltritte und ging chancenlos in das Finale. Der Schweriner wurde Zehnter.
Der zweifache Weltmeister Alexander Hagen aus Hamburg und sein Vorschoter Frithjof Kleen entschieden die Internationale Deutsche Meisterschaft der Starboote für sich.

Beim BMW Sailing Cup 2008 gewannen Lutz Stengel (33 Jahre/Rostock), Gela Gudlat (32/ Rostock), Christian Splett (34/ Berlin) und Peter-Christian Jantzen (44/Broderstorf) durch einen Sieg in der zweiten Final-Wettfahrt vor den zwei anderen Crews. Damit sind sie für das Deutschlandfinale Ende Oktober ebenfalls im Ostseebad qualifiziert.

„Die Wetterverhältnisse bei der 71. Warnemünder Woche waren nicht ganz leicht. Die häufig drehenden Winde in unterschiedlichen Stärken forderten sowohl den Seglern als auch uns alles ab“, resümierte Hauptwettfahrtleiter Dirk Kaiser (Schwerin). Bemerkenswert war für ihn die hohe Beteiligung junger Segler sowie die Fairness auf dem Wasser. „So wenige Proteste gab es noch nie“, stellte Kaiser erfreut fest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen