Walli kauft ihre Bananen selbst

<strong>Gesunder Appetit:</strong> Nach dem Einkauf gönnt sich Walli gleich eine Banane.
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Gesunder Appetit: Nach dem Einkauf gönnt sich Walli gleich eine Banane.

svz.de von
23. Juli 2010, 06:05 Uhr

Altstadt | So etwas hat Susanne Elfert vom "Frucht-Kontor" im Schlosspark-Center auch noch nicht erlebt: Ein leibhaf tiger Affe kauft bei ihr Bananen. "Das gibt es doch gar nicht", sagt Elfert und lacht. Na ja, so ganz allein ist Walli, die kleine Kappengibbon-Dame, nicht auf Shopping-Tour gegangen. Abwechselnd sitzt sie bei Zoo-Direktor Michael Schneider und seiner Frau Christina auf dem Arm und genießt die vielen staunenden Blicke in Center.

Weil ihre Eltern Tatjana und Yen-Bay sie nicht angenommen haben, wird Walli seit ihrer Geburt im November vergangenen Jahres von den Schneiders mit der Flasche großgezogen. "Wir können Walli nur alleine lassen, wenn sie schläft, sonst würde sie die Wohnung auf den Kopf stellen", erzählt Michael Schneider. Und so komme der Kappengibbon eben mit zum Bäcker und zum Supermarkt.

Walli, inzwischen rund zwei Kilo schwer, verbringt aber längst nicht mehr den ganzen Tag bei ihren Zieh eltern. "Um 8.30 Uhr nehme ich sie mit in den Zoo", berichtet Schneider. Bis 16 Uhr bleibt Walli dann bei ihrer knapp eineinhalb Jahre alten Schwester Cha sima, die ebenfalls von Hand aufgezogen wurde. "Beide Tiere haben sich inzwischen ange freundet, kuscheln und spielen miteinander", so der Zoo-Di rektor.

Affen-Dame zieht in den Zoo um

Voraussichtlich in der kommenden Woche soll deshalb das Experiment gewag t werden: Wallis Umzug in den Tierpark. "Ich werde mich in der Anfangszeit so lange im Zoo aufhalten, bis Walli schläft", erklärt Schneider. Sicher heitshalber würden die beiden Affen-Schwestern vorerst auch noch getrennt übernachten.

In ihrem Gehege im Zoo haben es Walli und Chasima ausgesprochen gemütlich. Es gibt jede Menge Möglichkeiten zum Turnen und Herumtollen, und auch die Verpflegung lässt nichts zu wünschen übrig. Auf dem Speisezettel stehen vor allem viel Obst und Gemüse, aber auch Nüsse und Rosinen als Leckerli zwischendurch.

Christina Schneider wird die Trennung von Walli besonders schwerfallen. Rund um die Uhr hat sie sich in den zurück liegenden Monaten um den Zoo-Nachwuchs gekümmert. "Man kann sich den ganzen Tag mit Walli beschäftigen, und es wird nicht langweilig", sagt die Frau des Direktors. Dabei sei das Tier durchaus an einen festen Tagesablauf gewöhnt, ergänzt Michael Schneider. "Pünktlich um 6.45 Uhr ist es wach und verlangt nach einer Flasche Tee."


Wo die Schneiders mit Walli hinkommen - überall erregen sie Aufmerksamkeit. "Viele Leute wollen den Affen natürlich streicheln, manche schauen uns aber auch etwas komisc h an", berichten die Zieheltern. Walli lässt der ganze Trubel um ihre Person unbeeindruckt. Sie gönnt sich nach dem Einkauf erstmal eine der frisch erworbenen Ba nanen.

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