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Hasenhäge: Zwei Kilometer lange und 30 Meter breite Trasse : Waldschneise für Gaspipeline

vom

Der Startschuss für den Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung von Greifswald bis Rehden ist noch nicht gefallen, doch schon die Vorarbeiten lassen die Ausmaße dieses Milliardenprojektes erkennen.

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2011 | 12:29 Uhr

Der offizielle Startschuss für den Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) von Greifswald bis Rehden in Niedersachsen ist noch nicht gefallen, doch schon die Vorarbeiten lassen die Ausmaße dieses Milliardenprojektes (SVZ berichtete ausführlich) erkennen: Ein paar hundert Meter südlich von Hasenhäge wurde links und rechts der B 106 eine Schneise in den Wald geschlagen. Auf einer Breite von 30 Metern verschwand nicht nur jeder Baum, mit Spezialtechnik wurde auch jede Wurzel aus dem Boden geholt. Noch bis Anfang April haben die Spezialisten von der Firma Müller Forstbetriebe aus dem Harz damit zu tun, Baufreiheit für die Pipe linebauer zu schaffen.

Seit Ende Februar - nachdem die Baugenehmigung durch das Bergamt Stralsund vorlag - wurden dafür vor allem Kiefern aber auch Fichten, Douglasien und Lärchen gefällt. Einige der Nadelbäume waren um die 80 Jahre alt und erntereif, doch auch jüngeres Gehölz musste weichen. "Es wird aber alles verwertet", betont Heinz-Dieter Diedrich, der Bauleiter vor Ort. Die Möbelindus trie, die Bau- und die Energiewirtschaft nehmen das Holz ab. Geschäftsführer Gerrit Müller schätzt, dass zwischen 10 000 und 12 000 Erntefestmeter Holz auf der zwei Kilometer langen Schneise bei Hasen häge zusammenkommen. Doch auch Kronen, Äste und selbst die Wurzeln werden genutzt. Das alles kommt in den Schredder und wird zu Pellets verarbeitet. "Diese werden zur Stromherstellung verwendet", berichtet Gerrit Müller.

Der Einschlag bei Hasenhäge ist der größte Einschnitt in den Wald entlang der NEL-Trasse in Mecklenburg-Vorpommern. "Schon bei den Planung wurde darauf geachtet, so wenig Wald wie möglich zu roden", berichtet Antje Knollmann, Pressesprecherin bei der Betreiberfirma Wingas. Im Wald benötigen die Trassenbauer zudem generell weniger Platz. Auf freier Flächen wird beim Pipelinebau ein Korridor von 36 Metern benötigt, im Wald sind es sechs Meter weniger. "Diese sechs Meter brauchen wir auf dem Acker, um den abgeräumten Mutterboden abzulegen", erläutert Antje Knollmann. Da es im Wald nur eine dünne Humusschicht gibt, kann darauf verzichtet werden.

Die 30 Meter breite Schneise wird nicht ewig als Lücke im Wald klaffen: Der größte Teil wird wieder aufgeforstet. Nach Fertigstellung der Leitung, das ist für Ende 2012 geplant, bleibt nur ein sechs Meter breiter Arbeitsstreifen direkt über der Gasleitung frei. "Welche Bäume angepflanzt werden, steht noch nicht fest", berichtet Antje Knollmann. "Es wird aber keine Weihnachtsbaumplantage." Bei dieser Frage redet auch das zuständige Forstamt ganz entscheidend mit.

Klar ist, dass trotz des rücksichtsvollen Umgangs mit dem Wald und generell mit der Natur für die Eingriffe durch den Leitungsbau Ausgleich geschaffen werden muss. Es gäbe zahlreiche Projekte in MV, die schon bei der Planung mit den Landesbehörden abgestimmt und festgelegt wurden, betont Knollmann. Eines der größten Waldprojekte in der Region sind dabei Aufforstungen im Kaarzer Holz zwischen Demen und Weitendorf.

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