Wahllokal für 80 000 Schweriner geöffnet

von
14. September 2008, 02:39 Uhr

In der Landeshauptstadt Schwerin sind die Wahllokale geöffnet. Die Bürger wählen heute einen neuen Oberbürgermeister. Rund 80 000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren sind aufgefordert, einem der sieben Kandidaten ihre Stimme zu geben, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Donnerstag sagte. Sollte keiner der Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen, gibt es am 28. September eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten.

Um das Amt bewerben sich der frühere Innenminister Gottfried Timm (SPD), die Linkspolitikerin Angelika Gramkow, der parteilose Unternehmer Hans-Peter Kruse für die CDU und der Gastronom Frank- Peter Krömer für die Wählergemeinschaft der Unabhängigen Bürger. Als Einzelkandidaten treten Andreas Helms, Chef eines Busunternehmens, der Diplomingenieur Volker Goebel und der „Ursachenforscher“ Fred Kriebel an. Der NPD-Bewerber Peter Marx darf wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue nicht kandidieren.

Die Neuwahl ist nötig geworden, nachdem Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU) im April in einem Bürgerentscheid abgewählt worden war. Claussen war vor allem wegen seines Verhaltens nach dem Hungertod der fünf Jahre alten Lea-Sophie in die Kritik geraten. So hatte er gesagt, Schwerin habe mit dem Fall „Pech gehabt“. Später entschuldigte er sich für diesen Satz. Seit der Abwahl am 27. April führt Baudezernent Wolfram Friedersdorff (Linke) die OB-Geschäfte.

Lea-Sophie war im November 2007 verhungert, nachdem ihre Eltern sie wochenlang vernachlässigt hatten. Sie sind inzwischen wegen Mordes verurteilt. Das Schweriner Jugendamt hatte nicht eingegriffen, obwohl es mehrere Hinweise auf Probleme in der Familie gab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen