Waffen, Möbel und Gemälde aufpoliert

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17. Oktober 2008, 08:24 Uhr

Schwerin - Schwerins Metallrestaurator Harald Knöppke hat alle Hände voll zu tun: Zum bundesweiten Tag der Restaurierung am Sonntag wird er seine Werkstatt im Staatlichen Museum öffnen und Besuchern unter anderem ein historisches Radschlossgewehr demonstrieren.

Aber auch in anderen Werkstätten können Besucher an diesem Tag den Experten bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Beispielsweise der Papierrestauratorin Ulrike Schneider (15 Uhr), die gerade die Ausstellung über die Pariser Zeit des Hofmalers Theodor Schloepke vorbereitet. Oder der Gemälderestauratorin Kerstin Binzer (12 Uhr), die „Die Königin von Saba“ aus dem Jahr 1520 einer Schönheitskur unterzieht.

Wie erneuert man Papiermaché? Auch in den zum Staatlichen Museum gehörenden Schlossmuseen in Schwerin, Güstrow und Ludwigslust sind an diesem Sonntag Veranstaltungen geplant. Im Ludwigslust informiert der Restaurator Andreas Baumgart über die bevorstehende Restaurierung der Innenräume des barocken Residenzschlosses, während Andreas Volkmar erklärt, wie man das für Decken-, Wand- und Türdekoration verwendete Papiermaché erneuert. Und in Güstrow geht es um die Restaurierung historischer Möbel und des Neustädter Altars von 1435.

Während es am Tag der Restaurierung in Schwerin auch Einblicke ins Innenleben der historischen Jagdwaffen gehen soll, bereitet Metallrestaurator Harald Knöppke für Mitte November eine Ausstellung der Schweriner Waffensammlung vor, die zuletzt vor einem halben Jahrhundert so umfassend öffentlich gezeigt worden war: Am 18. November 1958 bekam das Museum rund 1100 herzogliche Kriegs- und Jagdwaffen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zurück, die 1946 in die Sowjetunion ausgelagert worden waren. Die Präsentation von 257 der zurückgegebenen Waffen im Jahr 1959 im Schweriner Schloss solle nun mit 100 Ausstellungsstücken wiederholt werden, erklärt Kurator Torsten Fried. Ort der Schau werde die sogenannte Hofdornitz sein, der noch nicht restaurierte einstige repräsentative Speisesaal des Schlosses.

In 14 Vitrinen sollen historische funktionstüchtige Gewehre, andere Schusswaffen und Werkzeuge zu sehen sein. Darunter sei auch ein „Schweinsschwert“, wie es einst für die Wildschweinjagd benutzt wurde, erläutert Restaurator Knöppke.

Seit 1980 bereits arbeitet der gelernte Goldschmied und studierte Metallrestaurator im Schweriner Museum und ist vor allem mit dem Aufpolieren der alten Waffensammlung Mecklenburger Herzöge befasst. Diese war 1930 vom Land gekauft worden und umfasste einst mehr als 1900 Stück, neben Flinten auch Bajonette, Zubehör, Rüstungsteile, Uniformstücke und Knöpfe.

Die vermutlich älteste Waffe der Kollektion datiert aus dem Jahr 1564, neuere Büchsen indes wurden um 1850 gebaut. Einige Teile der Sammlung waren bisher in den staatlichen Schlössern Güstrow, Ludwigslust und Schwerin ausgestellt.

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