Wärmenetz im Alleingang: Firma investiert ohne Stadt-Segen in Putlitz

Das geplante Wärmenetz in Putlitz. Änderungen und Erweiterung sind erwünscht. Foto: KTG Putlitz Biogas AG
Das geplante Wärmenetz in Putlitz. Änderungen und Erweiterung sind erwünscht. Foto: KTG Putlitz Biogas AG

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07. Januar 2009, 12:42 Uhr

Putlitz - Lange hatten die Putlitzer Stadtverordneten mit sich gerungen, ob sie einer Betreibergesellschaft für das Biogaswärmenetz in ihrer Stadt beitreten sollen oder nicht.

Bürgermeister Bernd Dannemann befürwortete eine Beteiligung, wollte er doch der Kommune ein Mitspracherecht bei der Preisgestaltung der zukünftigen Wärmeversorgung sichern. Die Mehrheit seiner Abgeordneten sprach sich am Ende gegen eine Beteiligung aus. Dennoch wollte die Stadt auf die günstige Fernwärme aus den Biogasanlagen nicht verzichten. Kommunale Wohnungen und sogar die Amtsverwaltung sollen damit künftig beheizt werden.

Ausschreibung in der Vorbereitung
„Wir bauen das Wärmenetz auch ohne Beteiligung der Stadt, sind aber zum Beispiel auch weiterhin für ein Genossenschaftsmodell offen, bei dem sich Nutzer des Wärmenetzes mit einbringen können“, erklärt Roman Motzko.

Die Investition für das mehr als drei Kilometer lange Leitungsnetz in Putlitz werde im sechsstelligen Bereich liegen. Zur Zeit werden die Ausschreibungen vorbereitet, so Motzko. Im Herbst, so hofft man in Putlitz, kann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dabei sollen sich für die Nutzer langfristig noch nicht bezifferbare Einsparungen ergeben.

„Wir werden bereits jetzt deutlich günstiger sein als beim Heizen mit fossilen Brennstoffen oder andere Techniken. Wenn man davon ausgeht, dass der Preis für Erdgas oder Öl in den nächsten Jahren weiter drastisch steigen wird, liegen die Einsparungen für die Nutzer unseres Wärmenetzes natürlich noch deutlich höher, denn wir schließen sehr langfristige Verträge ab, in denen wir einen über die Laufzeit festgeschriebenen Preis garantieren“, so der Chef der Biogas AG.

Das Wärmenetz funktioniert ähnlich wie eine Riesenheizung: ein Kreislauf, zwei Leitungen. In der einen wird heißes Wasser zu den Heizungen der Kunden gepumpt, in der zweiten Leitung fließt das abgekühlte Heizwasser wieder zurück zu den Biogasanlagen. Um die Versorgung jederzeit sicher zu stellen, soll ein Zwischenspeicher ständig für heißes Heizwasser sorgen.

Mit dem Bau des Wärmenetzes komme man einen weiteren Schritt voran, Putlitz zu einer Bioenergiestadt zu machen, meint Motzko. Denn der vor Ort bereits erzeugte Strom reiche allemal, um den Bedarf der Stadt zu decken. Nun soll auch die Abwärme selbst genutzt werden.

Geplant sei weiterhin der Bau einer etwa 5000 Quadratmeter großen Gewächshausanlage, in der Salatgurken angebaut werden sollen, fügte Motzko an. Auch das Gewächshaus solle mit der Abwärme der dann 13 Biogasanlagen beheizt werden. Um diese entsprechend „füttern“ zu können, hat die KTG rund um Putlitz etwa 7500 Hektar Ackerland in Bewirtschaftung.

Einwohnerversammlung vor der Sommerpause
Zu den Vorhaben soll es noch vor der Sommerpause, wahrscheinlich Mitte Juni, in Putlitz eine Einwohnerversammlung geben, in der die Bürger über die Vorhaben informiert werden und dabei auch ihre Anregungen oder Bedenken an die Investoren herantragen können, kündigt das Unternehmen an.

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