Wadan-Werften sollen weitere Schiffe für Norilsk Nickel bauen

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29. März 2009, 09:29 Uhr

Die russischen Mehrheitseigner der Werften- Gruppe Wadan Yards gehen am Montag nach eigenen Angaben in abschließende Verhandlungen über erste neue Aufträge für die Werften in Wismar und Warnemünde. „Wir verhandeln seit längerem mit dem Unternehmen Norilsk Nickel über den Bau von zwei eisbrechenden Tankern und eines Eisbrechers“, sagte der Chef des Aufsichtsrates der Wadan Yards Group, Andrej Burlakow (46), in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Grundsätzlich sei sich Wadan Yards mit dem Rohstoffkonzern einig, der sich entschieden habe, neue Aufträge an die ostdeutschen Wadan-Werften zu vergeben.

Die Werftengruppe hatte in den zurückliegenden Monaten bereits vier moderne eisbrechende Fracht-/Containerschiffe an Norilsk Nickel geliefert. Für die jetzt in Aussicht gestellte Order „werden nun die restlichen Details verhandelt“. Das Auftragsvolumen betrage rund 350 Millionen Euro, erste vorbereitende konstruktive und technologische Arbeiten sollen noch vor dem Sommer dieses Jahres beginnen.
Damit würde nach mehr als einem Jahr die Zeit des Wartens auf neue Aufträge bei den Wadan-Werften zu Ende gehen. Die Chefs der russischen Investment-Firma FLC West hatten im vergangenen Jahr bei Übernahme von 70 Prozent der Anteile an den ehemaligen Aker Yards in Mecklenburg-Vorpommern und in der Ukraine neue Aufträge im Volumen von 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, aber bis dato die Werftarbeiter auf eine lange Geduldsprobe gestellt.

Das avisierte Geschäft werde laut Burlakow auch den Beginn einer „strategischen Partnerschaft“ mit Norilsk Nickel einläuten. Die große Zufriedenheit des Auftraggebers mit der Qualität und Funktionalität der abgelieferten Frachter habe der Werften-Gruppe den Einstieg in den russischen Markt geebnet, meinte Burlakow. Mit Norilsk Nickel werde derzeit über alle möglichen Typen von Schiffen gesprochen, die in arktischen Gewässern einsetzbar seien. Langfristig solle die gesamte Flotte von Norilsk Nickel mit Wadan-Schiffen bestückt werden.

Burlakow kündigt zudem an, dass Wadan Yards eine enge Kooperation mit der Schiffbaugruppe stx Europe, die 30 Prozent der Anteile an der Wadan Yards Group hält und zur koreanischen stx-Gruppe gehört, anstrebt. „Wir sehen stx Europe als strategischen Partner an. Die technologische Kette der ehemaligen Werften von Aker Yards soll aufgrund nunmehr unterschiedlicher Eigentümerschaft keinesfalls unterbrochen werden. Wir möchten in dieser Allianz vor allem das Know-how beim Bau schwerer Eisbrecher gemeinsam nutzen“, umriss der Wadan-Chef die strategische Zielrichtung.

Zu dem unlängst vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gemeldeten Schiffbauauftrag für die ostdeutschen Wadan-Werften sagte Burlakow, dass es sich dabei „nicht um vier Passagierschiffe handelt, sondern um vier RoPax-Fähren“. Die Projekte seien vom russischen Transportministerium ausgeschrieben worden, wobei in Kürze die Vergabe erfolge. Zwei der Fähren würden als kombinierte Fracht-, Eisenbahn- und Passagierfähren konzipiert werden und sollen auf der Route zwischen St. Petersburg und Kaliningrad (Königsberg) eingesetzt werden. Die beiden anderen sollen Fracht und Passagiere auf der Linie St. Petersburg ­ Hamburg transportieren. Burlakow bestätigte das Auftragsvolumen von rund 250 Millionen Euro pro Fähre.

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