VS-Vermögen aufgetaucht

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16. Juni 2010, 09:31 Uhr

Rostock/Güstrow | Hoffnung für Anleger der pleite gegangenen Immobilienfonds unter dem Dach der Volkssolidarität: Teile der verschwundenen Millionen-Summen sind womöglich zu retten. Es sei gelungen, eine Seniorenbegegnungstätte in Bossow bei Krakow am See frei von Rechten Dritter in die Insolvenzmasse der Volkssolidaritäts-Sozial-Immobilien GmbH zurückzuführen, sagt der Involvenzverwalter, Rechtsanwalt Herbert Hülsbergen aus Rostock. Die Immobilie, finanziert mit Geld vieler betagter Anleger, sei zuvor an die Güstrower Seniorenhotel GmbH übergeben worden - "ohne dass der Kaufpreis bezahlt war", so Hülsbergen. Sie sei ungefähr 350 000 Euro wert. "Das Vermögen ist wieder da, wo es hingehört", so Hülsbergen. Das Geld aber nicht verfügbar: "Es gibt noch keinen Käufer."

Damit wird ein Teil des Finanzgebarens in den Fonds der VS-Kreisverbände Mecklenburg-Mitte (Güstrow) und Rostock-Land sichtbar: Fonds und auch die Prof.-Ihlefeld-Stiftung hätten zur Geldbeschaffung im Netzwerk gedient; die Anlagen versickerten offenbar an verschiedenen Stellen. Als die Fonds baden gingen, "arbeiteten auch die Töchter nicht mehr", so der Insolvenverwalter.

Zum Beispiel das Güstrower Seniorenhotel am Thünenweg. Das Ausmaß des Dilemmas sei bereits im August 2009 klar gewesen: vier Monate Mietrückstand. Mittlerweile ist das Seniorenhotel geschlossen, die Leute entlassen. Besitzer der Immobilie ist eine Kieler Immobilienfirma, die Kersig GmbH. Zwei Mieter habe es gegeben: die Seniorenhotel GmbH und der Güstrower VS-Kreisverband, erklärt Geschäftsführer Thomas Kersig.

Für ein Reihenhaus im Güstrower Thünenweg lege ein Wertgutachten 122 000 Euro fest, so Hülsbergen. Nun müsse das Haus an den Mann gebracht werden. Für die Immobilien aus der Fonds-Masse war Zwangsvolltreckung beantragt worden. Termin offen. Pikant: In dem Haus habe der frühere Geschäftsführer der Fonds und langjährige Geschäftsführer des VS-Kreisverbandes Mecklenburg-Mitte, Lothar V., selbst zur Miete gewohnt. Er ist eine zentrale Figur in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Rostock. Auch gegen den früheren Prokuristen sowie V.s Nachfolger werde ermittelt, erklärt Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. Dies gelte ebenso für Günter H., früherer Uni-Rektor in Rostock - im VS-Netzwerk als Vorsitzender des Kreisverbandes Rostock-Land und über den Aufsichtsrat der Fonds involviert.

Weitere Immobilien, die mit Geld aus den beiden VS-Fonds, finanziert wurden, sind vorhanden, aber schwer veräußerbar, so Hülsbergen. Darunter sind z.B. ein ehemaliges Schullandheim in Dabel, ein altes Obdachlosenheim in der Güstrower Lagerstraße, eine Kita in Langhagen und die Geschäftsstelle der Volkssolidarität in Bützow.

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