Diskussionsrunde mit Betroffenen im Güstrower Bürgerhaus : VS-Skandal: Geschädigte klagen an

Die Wut der Geschädigten im großen Anlegerskandal der Volkssolidarität ist noch groß. Die Hoffnung der Opfer der insolventen VS-Immobilienfonds, wieder an ihr Geld zu kommen, schwindet.

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22. Dezember 2010, 11:13 Uhr

"Ich glaube nicht, dass ich meine 5000 Euro noch einmal wiedersehe", sagte gestern Abend Elise Kapust aus Langhagen bei einer Diskussion im Güstrower Bürgerhaus zum VS-Skandal. Sie und ihr Mann Manfred brachten den Stein Anfang 2009 ins Rollen, indem sie sich an die SVZ wandten. Seitdem zog der Skandal von Güstrow aus immer weitere Kreise. Nach aktuellen Schätzungen gibt es heute bis zu 1600 Geschädigte über MV hinaus. Durch die Insolvenz der Fonds droht ihnen der Verlust von insgesamt 9,5 Millionen Euro.

Nahezu hoffnungslos zeigte sich gestern auch der Güstrower Johann Nitsch. 25 000 Euro hat er verloren. "Ich bin mittlerweile 82 Jahre, was soll ich da noch erwarten", so Nitsch. Doch Gottfried Hörnig will den Betroffenen diese Hoffnungslosigkeit nehmen. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Geschädigten der VS-Immobilienfonds erhofft sich in Zivilprozessen Wiedergutmachung von der VS. "Ich ermutige jeden Anleger zu klagen", so Hörnig gestern in Güstrow.

Hörnig macht eine klare Trennung zwischen der Führung der VS und der ehrenamtlichen Arbeit der VS-Ortsgruppen: "Wir wollen die VS nicht liquidieren, sondern wir sind gegen die Führung, die seit 2001 wusste, dass die Fonds in dieser Form nicht realisierbar sind." Jüngst reichten fünf Geschädigte Zivilklage beim Landgericht Rostock ein. Nach Hörnigs Kenntnisstand werde aber dieses Jahr keine Anklage mehr erhoben.

Die Diskussion im Bürgerhaus fand im Rahmen einer Preisverleihung an SVZ-Redakteur Frank Pubantz statt. Er erhielt gestern in Güstrow den Medienpreis "Sophie" für die Berichterstattung in unserer Zeitung über den Anlagebetrug mit Immobilienfonds unter dem Dach der Volkssolidarität.

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