Vorsichtige Freude über mögliches Aus für „Bombodrom“

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30. Mai 2009, 01:25 Uhr

Berichte über ein bevorstehendes Aus für das geplante „Bombodrom“ in der Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs haben in Mecklenburg-Vorpommern vorsichtige Freude ausgelöst. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erklärte am Samstag in Schwerin: „Es wäre toll, wenn es so kommt. Damit würde sich der jahrelange Protest der Bürgerinitiativen, aber auch der Einsatz der Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg endlich auszahlen.“ Noch handele es sich um Gerüchte. Durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin/Brandenburg im März scheine aber in Berlin „einiges in Bewegung“ gekommen zu sein.

Zeitungen in Brandenburg hatten am Samstag berichtet, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) wolle noch vor der Bundestagswahl im September auf die Pläne für den Luft-Boden- Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide verzichten. Der dpa sagte ein Sprecher, vor einer Entscheidung warte das Ministerium erst einmal die schriftliche Begründung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg ab. Diese sei noch nicht eingegangen. Das Gericht hatte der Bundeswehr Ende März erneut untersagt, auf dem „Bombodrom“ Tiefflüge zu üben. Es wies damit die Berufung des Verteidigungsministeriums gegen drei Urteile der Vorinstanz zurück.

Sellering bekräftigte seine Ablehnung des Bombenabwurfplatzes in der touristisch aufstrebenden Region an der Landesgrenze zum Nordosten: „Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung die Pläne für das Bombodrom endlich aufgibt.“

Die Bürgerinitiative „Freier Himmel“ in der auf mecklenburgischer Seite betroffenen Müritzregion reagierte mit vorsichtigem Optimismus auf die Medienberichte. Barbara Lange von dem Aktionsbündnis forderte im Interview mit dem Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern Fakten. Klare Entscheidungen müssten gefällt werden. Auch der Linke- Landesvorsitzende Peter Ritter blieb zurückhaltend: „Ich glaube erst an den Verzicht der Pläne, wenn ich ihn schwarz auf weiß gesehen habe. Denn schon viele Bundespolitiker haben vor Wahlen versprochen, auf das Bombodrom zu verzichten, um dann nach den Wahlen das Gegenteil zu tun.“ Die Landesregierung und der Landtag Mecklenburg- Vorpommerns hatten sich wiederholt gegen das „Bombodrom“ ausgesprochen.

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