Von wegen Babyboom

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07. April 2009, 05:38 Uhr

Im Februar fühlte sich Ursula von der Leyen noch durch eine Hochrechnung bestätigt. Statistiker hatten auch für 2008 mehr Geburten angenommen – zum zweiten Mal nach dramatischen Rückgängen. Jetzt zeigt die Statistik: Nach vorläufigen Zahlen sind doch weniger Kinder zur Welt gekommen als im Jahr zuvor. Der von der Ministerin beschworene Trend wäre damit ausgeblieben.

Das Bundesamt errechnet nun ein Minus von 8000 Geburten und kommt auf rund 675 000 Babys. Von Oktober bis Dezember wurden weniger Kinder geboren als vorausgesehen. Im Februar hatten die Statistiker noch mit 680 000 bis 690 000 Babys gerechnet.

Diese Zahlen hatten von der Leyen gut ins Konzept gepasst. Sie schienen ein Erfolg des gegen Widerstände aus der Union eingeführten Elterngelds zu sein. Besonders Frauen zwischen 30 und 40 Jahren bekämen mehr Kinder, sagte von Leyen bei der Vorstellung des Familienreports. Die steigenden Geburtenzahlen wertete sie als Beleg eines Mentalitätswandel – auch ausgehend von der Familienpolitik. Junge Menschen hätten das Gefühl, sie würden als Eltern nicht alleine gelassen, so die Ministerin damals.

Ministerin: Wir müssen einfach noch besser werden

Womöglich hat sich von der Leyen zu früh gefreut. „Den ungewöhnlichen Einbruch der Geburtenzahlen im letzten Quartal 2008 hat niemand vorausgesehen“, sagt die Ministerin angesichts der aktuellen Statistik. Der Rückgang zeige, was der Mut zu Kindern für ein zartes Pflänzchen sei. Kritiker bemängeln immer wieder, dass die Bundesregierung zu wenig unternehme, damit junge Frauen weder auf Kinder noch auf Karriere verzichten müssen. Gerade gut ausgebildete Frauen bekommen nach wie vor oft keine Kinder, weil eine Babypause ihrem beruflichen Erfolg schadet.

„Wir müssen einfach noch besser werden“, räumte nun auch die Ministerin ein. „Junge Familien wollen zurecht wissen, wie das Leben mit Kindern und Beruf in unserem Land gehen kann.“ Entscheidend für den Ausbau würden nun die Jahre bis 2013, wenn der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren kommt. 35 Prozent der unter Dreijährigen soll dann ein Krippenplatz zustehen.

Weitere Initiativen, die dazu beitragen sollen, dass Mütter Beruf und Familie leichter vereinbaren können, sollen erst in der nächsten Legislaturperiode kommen. Für die Zeit nach der Bundestagswahl plant von der Leyen das Ehegattensplitting um eine Kinderkomponente zu erweitern, die Väter-Monate beim Elterngeld auszuweiten und das Kindergeld zu erhöhen, sollte sie verantwortlich sein

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