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Neuhaus: Informationszentrum für Nutz- und Wildtiere : Von der Pommernente bis zum Wolf

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"Wölfe kommen nach Neuhaus" titelte die SVZ 2009 und berichtete über die Absicht des Landkreises, in Neuhaus ein Wolfsinformationszentrum - ein Informationszentrum der Artenvielfalt zu installieren.

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2011 | 10:40 Uhr

Der Kreisausschuss hatte Eigenmittel des Landkreises in Höhe von 42 000 Euro genehmigt, der Löwenanteil sollte aus EU-Mitteln kommen. Dann wurde es ruhig um das Projekt, bis schließlich Umweltminister Hans-Heinrich Sander mitteilte, dass sein Ministerium die angedachte inhaltliche Ausrichtung auf das Thema Wolf (es gibt schon mehrere Zentren) nicht unterstützen würde.

Ein Zentrum nicht nur für Touristen

Das sollte aber nicht heißen, dass der Aufbau einer Informations- und Beratungseinrichtung im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue im Bereich der Gemeinde Amt Neuhaus nicht von Interesse für das Land Niedersachsen sei, hieß es aus dem Umweltministerium. Zwischenzeitlich war auf Vorschlag des Ministeriums ein Schwerpunkt auf "Zugvögel" gesetzt worden. "Das schien uns aber nicht so attraktiv zu sein", so Ulrich Mentz vom Landkreis, der das Projekt entwickelt. Denn wenn ein Informations- und Beratungszentrum zwar auch einen Wert für die touristische Entwicklung haben sollte, so will man ausdrücklich auch etwas für die Menschen vor Ort schaffen. Die zündende Idee: Ein Zentrum der Artenvielfalt sollte verknüpft werden mit dem Schutz und der wirtschaftlichen Nutzung von gefährdeten Nutztierarten, wie es die "Arche Region" vorsieht. So etwas wäre in der Bundesrepublik einmalig.

Die Fördermittelgeber ließen sich von der guten Idee anstecken und besichtigten in Neuhaus das Haus des Gastes, in dessen erstem Stock das angedachte Zentrum seinen Platz finden soll. Man war begeistert und signalisierte die finanzielle Unterstützung in noch größerem Maße als zuvor angedacht.

Demnach sollen 500 000 Euro investiert werden. Aus EU-Töpfen kommen davon 375 000 Euro, aus den Förderfonds der Metropolregion Hamburg 62 500 Euro und 62 500 Euro muss der Landkreis zuschießen. Am kommenden Dienstag erhofft sich Ulrich Mentz die Zustimmung der Mitglieder des Wirtschaftsausschusses. Die Gemeinde Amt Neuhaus muss keine eigenen Mittel beisteuern, sie ist allerdings gefragt bei der Umsetzung der Baumaßnahme, bei der Sicherstellung von erweiterten Öffnungszeiten und der Übernahme der Betriebskosten. Dafür erhält sie eine attraktive Anlaufstelle im Haus des Gastes und endlich eine Nutzung für den ersten Stock des historischen Gebäudes, der immerhin eine Nutzfläche von 250 Quadratmetern ausweist. So trifft es sich gut, dass das Amt Neuhaus gestern auf der Berliner Woche als erste Arche-Region Deutschlands anerkannt wurde. Manfred Ruffing vom Haus des Gastes ist begeistert. "Das wäre eine außerordentlich sinnvolle Nutzung des ersten Geschosses."

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