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Gastgeber und Organisator der Wismarer Club Maritim : Von Buddelschiffen und alten Seglern

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Wismar Alter Hafen: Dort sorgten kürzlich gut 20 Aussteller mit ihren teilweise sehr wertvollen Unikaten dafür, dass eine weitere Schiffsmodellbau-Ausstellung zu einem interessanten Erlebnis wurde.

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erstellt am 13.Apr.2011 | 01:56 Uhr

Es wurde mal wieder eng im altehrwürdigen Wassertor, erbaut um 1450, direkt am Wismarer Alten Hafen. Dort sorgten kürzlich gut 20 Aussteller mit ihren teilweise sehr wertvollen Unikaten dafür, dass eine weitere Schiffsmodellbau-Ausstellung zu einem interessanten Erlebnis wurde. Gastgeber und Organisator war zum fünften Mal der Wismarer Club Maritim. Gut hundert Exponate sorgten die für Aufmerksamkeit im großen Turmsaal und in der Kajüt. Das Spektrum der kreativen Aktivitäten zog sich dabei von Miniaturobjekten in der Flasche, bis hin zu historischen und neuzeitlichen Seefahrzeugen. Zu den Hinguckern zählten zweifellos die jüngsten Buddelschiffs-Produkte des Boltenhagener Jürgen Kubatz. Der überraschte diesmal vor allem mit seinen großen Behältnissen. So bildete der historische Segler "Prince Royale" von 1620 einen interessanten Kontrast zu den neuzeitlichen Spezial-Verlegeschiffen, "Castoro 6" und "Castoro 10". "Also ein ganz aktueller Bezug", sagte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer während des Rundganges.

In der Tat stehen beide Objekte in enger Beziehung zur noch im Bau befindlichen Gaspipeline durch die Ostsee. Doch der Clou war die gerade fertig gestellte, komplette Tarnewitzer Fischereipier unter Glas. Der 67-Jährige nutzte dafür ein fast ein Meter langes, röhrenartiges Gefäß. Kurios: Es diente in den 1960er Jahren als Heißwasserbehälter einer transportablen Duschkabine. "Da muss man schon lange suchen, ehe man da fündig wird", sagt der Mann mit den geschickten Händen, dem die Ideen zu neuzeitlichem Bezug nicht auszugehen scheinen. Doch die grundsätzliche Frage nach dem "wie geht das denn", endet immer aufs Neue in der Antwort: "Durch den Hals natürlich, denn da muss alles durch." Doch das war längst nicht alles, was die von Rostock, Schwerin, Tarnewitz, Boltenhagen und Grevesmühlen Angereisten mit in das Wassertor brachten. Helmut Bredlau (72) aus Grevesmühlen, der bisher keine Ausstellung versäumte, brachte diesmal seinen in sechs Monaten erstellten Gale assen-Nachbau aus dem Jahre 1894/95 mit. Dass die Senioren auf diesem Gebiet führend sind, gilt als erwiesen. Den meisten jungen Leuten scheint dafür die Geduld und Ausdauer zu fehlen. Hannes Jeschkowski (15) aus Gressow gehört da wohl zu den Ausnahmen. Er brachte seine Yacht mit zwei Motoren vorbei. "Manches was hier steht, ist richtig cool", gesteht er in alters gerechter Art. Aber in Objekten seiner weit älteren "Profis" sieht er neuen Ansporn. Vielleicht auch deshalb, weil der Clubvorsitzende Udo Grevesmühl zu dem Ergebnis kam: "Die Qualität der Ausstellung wird von Jahr zu Jahr besser."

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