Von allen guten Geistern verlassen

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28. März 2008, 10:39 Uhr

Schwerin - Gegen das bisherige Schlusslicht TuS Spenge wollte Handball-Zweitligist Post Schwerin seine erschreckende Rückrunden-Talfahrt stoppen (4:16 Punkte vor Anpfiff). Und nach einer Gedenkminute für den verstorbenen "Vater des Schweriner Handballs" (Vereinspräsident Peter Rauch) waren die Mecklenburger auch gewillt, den im Vorfeld geäußerten Worten Taten folgen zu lassen. Man führte 4:2 (7.) und 5:4 (11.). Keiner der 955 Zuschauer im weiten Rund der Sport- und Kongresshalle ahnte zu dem Zeitpunkt, dass dies der letzte Post-Vorteil in der Partie gewesen sein sollte.
Zu dem Zeitpunkt hatte der Gastgeber, bei dem Menc Exner und Sebastian Witt (bd. Post II) aushalfen, durch Ronald Bahr und Lars Klüttermann bereits zwei Tempogegenstöße und zwei Siebenmeter vergeben.

Doch das war noch gar nichts, was die Fans danach über sich ergehen lassen mussten. Die Postler waren von allen guten (Angriffs-)Geistern verlassen. Und da auch Torwart Milos Putera keine Hand an den Ball bekam, nahmen die alles andere als nicht zu bezwingenden Ostwestfalen diese Einladung dankend an. Beim Stand von 7:9 (17.) machte Putera Platz für Sebastian Prothmann. Doch der sah, von der Abwehr wie zuvor auch der Slowake schmählich in Stich gelassen, gar keinen Stich. Folgerichtig kam Milos acht Minuten später wieder zurück. Da stand es sage und schreibe 9:15.
Und wäre Spenge eben nicht das tabellarische Kellerkind, es hätte noch viel dicker kommen können. So kam Schwerin trotz gleich 22 Fehlwürfen bzw. technischen Fehlern bis zum Seitenwechsel noch bis auf 12:15 ran.

Optimisten wurden an die Partie gegen Hannover-Burgdorf vom 22. Februar erinnert, dem bisher letzten Post-Heimerfolg. Auch da lag der Gastgeber zur Pause hinten und zwar gar mit 11:16, um schließlich noch mit 30:21 zu gewinnen.

Doch auch diese Schablone wollte gestern Abend gegen Spenge einfach nicht passen. Zwar konnte man in Halbzeit zwei endlich von einer Post-Deckung sprechen, doch im Spiel nach vorn wurde der erkämpfte Chance sofort wieder vergeben. Der überragende Carsten Mundhenk im TuS-Tor zog die Bälle magisch an. Was die Post-Sieben im Angriff verballerte, ging auf keine Kuhhaut. *28 Fehlwürfe, davon 14 von der Sechs-Meter-Linie. Wir sind einfach zu dumm zur Zeit!“, haderte Schwerins Trainer Norbert Henke. Als "Dank" durften seine Jungs Sonnabend und Sonntag trainieren. Wer sich eben so bis auf die Knochen blamiert.
Schwerin: Putera (14 Paraden), S. Prothmann (17. * 25. / 0 P.) * Bahr 4/1, Klüttermann 8/2, Rauch 5, Heinze 3, Zufelde 1, Finkenstein, Wild 1, Thormann 1, Exner 1, S. Witt, Larisch (n.e.).
Spenge: Mundhenk (22 P.), Formella (zu einem 7-m/0 P.) * Mathews 6/2, Bergmann 2, Ortmann 3, Djuric 6, Dessin 3, Mylius 3, Rüter, S. Pohlmann 2, J. Pohlmann.
SR: Klitzschmüller/Unmack (Hamburg/Kiel). Z.: 955. 7-m: 5/3:2/2 (Bahr Latte, Klüttermann scheitert an Mundhenk). Strafminuten: 2:4 (Wild * Djuric 2x). Beste Spieler: Rauch, Klüttermann, Putera (2. HZ) * Mundhenk, Ortmann, Djuric. Spielfilm: 0:1 (2.), 4:2 (7.), 5:4 (11.), 6:8 (16.), 7:12 (21.), 9:15 (25.), 12:15 (HZ), 14:15 (34.), 14:17 (36.), 15:19 (38.), 19:20 (44.), 21:25 (51.), 24:25 (57./ Endstand).

Weiter spielten: Hamm-Anderten 34:28 (17:16), Altenholz-Ahlen 29:30 (16:15).

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