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Schauspieler Markus Wünsch wird Theater-Professor in Rostock : Vom Horrorladen an die Hochschule

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Markus Wünsch ist ein Schauspieler mit vielen Talenten und wird vom Schweriner Theaterpublikum geliebt und verehrt. Doch nun geht er nach Rostock. Er folgt dem Ruf des Rektors der dortigen HMT und wird Professor.

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erstellt am 06.Jan.2011 | 06:40 Uhr

Altstadt | Er intrigierte als Hamlet von Dänemark und bezauberte als Märchenprinz Dornröschen, er war der böse Fürst Dracula und der gute Miller, der sich gegen Kabale und Liebe auflehnt, er trat in Klamms Krieg solistisch auf und rockte mit einem ganzen Ensemble als Frank N. Furter in der Horrorshow - Markus Wünsch ist ein Schauspieler mit vielen Talenten und wird vom Schweriner Theaterpublikum geliebt und verehrt. Doch nun geht er nach Rostock. Er folgt dem Ruf des Rektors der Hochschule für Musik und Theater (HMT) und wird Professor für Schauspielkunst. "So ein Angebot kann man nicht ausschlagen", sagt Wünsch. Und sofort fügt er hinzu: "Ich bleibe aber Schwerin und dem Mecklenburgischen Staatstheater verbunden."

Zwölf Jahre war Wünsch in Schwerin engagiert, spielte in mehr als 50 Produktionen mit und führte selbst etwa 20-mal Regie, etwa bei "Nathan der Weise", "Antigone" oder seinem Jandl-Abend. Zudem leitete er viele Jahre den Jugendtheaterclub und arbeitete an diversen anderen Projekten mit. "Es war eine gute Zeit, die ich nicht missen möchte", sagt der 37-Jährige. Er habe am Mecklenburgischen Staatstheater traumhafte Arbeitsbedingungen gehabt, deshalb sei er so gerne in Schwerin. "Ich habe hier viele Extremrollen bekommen - und liebe das. Ich habe in antiken Tragödien und modernen Musicals gespielt, stand solistisch und im großen Ensemble auf der Bühne, durfte selbst Regie führen und habe daneben noch die Möglichkeit gehabt, meine Erfahrungen an die Jugend weiterzugeben und zu experimentieren - mehr kann man sich nicht wünschen", so Wünsch.

Die Arbeit am Staatstheater habe genau seinem Lebensentwurf entsprochen: Ein aufregendes Leben als Künstler und ein eher langweiliges privat, sagt er verschmitzt lächelnd. "Ich bin ein Familienmensch", erläutert der 1,93 Meter-Hüne, der in der Stadt stets freundlich und unscheinbar unterwegs ist: Immer zu Fuß mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken, oft auch mit seinen beiden Kindern an der Hand, der siebenjährigen Emilia und dem vierjährigen Leander und mit Lebenspartnerin Franziska Just. "Schwerin ist und bleibt mein Lebensmittelpunkt" betont Wünsch. Und dank der jahrelangen freundschaftlichen Zusammenarbeit mit Intendant Joachim Kümmritz und Schauspieldirektor Peter Dehler erhoffe er sich auch künftig Gastrollen am Staatstheater und die Gelegenheit, zu inszenieren.

"Ich freue mich aber auch sehr auf meine neue Aufgabe als Schauspiel-Professor an der HMT", sagt Wünsch. "Wissen und Erfahrungen weiterzugeben, liegt mir im Blut. Das ist wie eine Berufung. Ich habe schon als 15-Jähriger mein erstes Geld als Dozent verdient an der Volkshochschule in Berlin", erzählt der künftige Professor, der am 1. April seinen Dienst in Rostock antreten will. Die eine Stunde Fahrtzeit zur Arbeit künftig empfinde er als gebürtiger Hauptstädter übrigens als völlig normal. "Mein Fernziel war es schon, einmal in die Lehrtätigkeit zu gehen, aber eigentlich wollte ich das noch nicht mit 37 Jahren", sagt Wünsch. " Jetzt freue ich mich aber doch, denn ich halte es für ganz wichtig, dem Schauspieler-Nachwuchs auch Wissen und Erfahrung aus der Praxis zu vermitteln, mit den jungen Leuten zu experimentieren, sie zu animieren, sie aber auch zu schubsen und zu schieben, eben auf das echte Schauspielerleben vorzubereiten."

In Schwerin ist Markus Wünsch vom 8. bis 20. Februar in dem Musical "Der kleine Horrorladen" als fleischfressende Pflanze zu erleben.

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