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Gadebusch : Volkshochschule droht das Abstellgleis

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Die Volkshochschule in Gadebusch ist in Gefahr: Nach Inkrafttreten der Kreisgebietsreform bahnen sich in Nordwestmecklenburg auch Strukturveränderungen in der Bildungslandschaft an.

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2011 | 11:24 Uhr

Nach Inkrafttreten der Kreisgebietsreform bahnen sich in Nordwestmecklenburg auch Strukturveränderungen in der Bildungslandschaft an. Dabei drohe der Volkshochschul-Standort Gadebusch geschwächt zu werden, befürchten Stadtvertreter. Deren Sorge scheint nicht unbegründet zu sein. Denn Kreisverwaltung und der Ausschuss für Bildung und Kultur wollen 2012 den Großteil des Personals nach Grevesmühlen abziehen – vorausgesetzt, der Kreistag stimmt der neuen Satzung zu. Besetzt sein soll Gadebusch demnach nur noch mit einer hauptamtlichen pädagogischen Kraft, die 26 Stunden pro Woche u. a. für Bildungsberatung vor Ort sein soll. Den Rest ihrer Arbeit soll sie in Grevesmühlen erledigen.

Während Verwaltung und Ausschuss von einem Kompromiss sprechen und Wert auf die Formulierung „hauptamtlich pädagogisch besetzte Arbeitsstelle in Gadebusch“ legen, sind Bildungsexperten entsetzt. Sie verweisen darauf, dass die Landkreis-Neuordnung in diesem Fall als Totschlagargument für Strukturveränderungen und die Reduzierung von Angeboten für die Bürger benutzt werde. Der gesetzliche Auftrag eines flächendeckenden Bildungsangebotes werde dadurch konterkariert. Die Chance zur Stärkung des Volkshochschul-Standortes Gadebusch werde vertan.

Nach Vorstellungen des Ausschussvorsitzenden Klaus Becker (CDU) würde das Modell Gadebusch 2014 auslaufen. Er sprach sich in der jüngsten Ausschusssitzung für eine Konzentration der Volkshochschule auf die beiden Standorte und hauptamtlich geleiteten Arbeitsstellen Wismar und Grevesmühlen aus. Den jetzigen Zustand wolle Becker ungern für die nächsten zehn Jahre zementieren.

Dr. Gertraud Marth von der Fraktion FDP/LUL bremste Becker daraufhin aus: „Wir können heute noch nicht einschätzen, wie sich das hier im Laufe der nächsten zwei Jahre entwickeln oder gestalten wird. Wir sind allein schon dem Wort Volkshochschule verpflichtet.“ Auch die Ausschussmitglieder Petra Voigt und Sabine Dallmaier-Peschke sind gegen eine zeitliche Begrenzungs-Variante.

Stattdessen setzen sie auf eine erneute Beratung nach zwei Jahren.
Die 2. stellvertretende Landrätin Kerstin Weiss betonte während der Sitzung, dass der Unterrichtsstandort Gadebusch nicht in Frage stehe. Aber die Kreisvolkshochschule brauche eine andere Struktur. „Dort, wo viele Kunden sind, muss auch mehr Personal sein“, sagte Weiss auf SVZ-Anfrage.

Bedenken meldete Mario Mittelstädt vom Kreis-Elternrat an. „Für uns als Eltern ist es wichtig, dass wir ein breit gefächertes Angebot an vielen Standorten aufrecht erhalten“, so Mittelstädt. Gadebusch und Wismar anhand von Kurszahlen und Unterrichtseinheiten vergleichen zu wollen, sei nicht möglich. Hierbei müsse auch die Bevölkerungszahl im jeweiligen Einzugsbereich berücksichtigt werden.


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