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SVZ-Leser debattieren : Vogelschutz spaltet Schwerin

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Der neue Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet "Schweriner Seen" spaltet die Schweriner. Die Wassersportler fürchten nicht nur deutliche Einschnitte, sondern vor allem Nachteile für das Tourismusgeschäft.

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2013 | 10:45 Uhr

Der neue Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet "Schweriner Seen" spaltet die Schweriner. Die Wassersportler fürchten nicht nur deutliche Einschnitte, sondern vor allem Nachteile für das Tourismusgeschäft. "Das ganze Charter-Geschäft geht in Schwerin verloren, es kommen kaum Gäste nach Schwerin", schreibt die Initiative "Segeln Schwerin" auf Facebook. "Wir haben den drittgrößten See in Deutschland. Das ist wie ein Sechser im Lotto, aber wir lösen ihn nicht ein", meint auch Jan Müller. Familie Neubauer ist der Naturschutz wichtiger: "Unzählige Tourismusorte auf der Welt sind verschandelt worden, weil es keine Regularien und keine Naturschutz-Vorschriften gab. Wie gut, dass es hier anders ist." Dabei verlieren Neubauers den Tourismus nicht aus den Augen. "Es lohnt sich sehr, ein Gesamtkonzept für den Schweriner See zu erstellen, in dem Mensch und Natur Platz haben und in dem es Gebiete gibt, die den Vögeln vorbehalten sind. Natürlich brauchen wir Arbeitsplätze in Schwerin und müssen auf Tourismus setzen, aber es wäre viel klüger, das mit und nicht gegen die Natur zu tun."

Das soll der im Jahr 2014 erwartete Managementplan regeln. Doch die Erarbeitung bremst alle Projekte an der Wasserkante aus. So liegt die Entwicklung des ehemaligen Klärwerkes in der Born hövedstraße auf Eis, wie Umweltdezernent Wolfram Friedersdorff sagt. Der Anleger in der Schlossbucht kann nicht gebaut werden. Das kleine Wohngebiet auf dem ehemaligen Gelände des Straßenbauamtes an der Güstrower Straße bekommt kein künstliches Hafenbecken.

"Seit Jahren hängen wir hinterher. Der Wassertourismus ist so gut wie nicht existent. Es gibt keine Wassertankstelle und kaum öffentliche Bootsstege", schätzt SVZ-Leser Jan Müller die Lage weiter ein. "Wo Stege gebaut wurden, darf man als normaler Bootsbesitzer nicht anlegen um etwa im Schlossbuchtcafé oder Ruderhaus ein Stück Kuchen zu essen." Eine SVZ-Leserin weist parallel auf die lauten Motorboote hin. Sie hat sich am Werderkanal im ehemaligen Molkereigelände ein Grundstück gekauft. "Diese Idylle wird regelmäßig im Sommer durch nächtlichen Lärm der rasenden Boote im Werderkanal und auf den angrenzenden Seen getrübt, da die Wasserschutzpolizei um 21 Uhr das letzte Mal ihre Kontrollfahrt macht und die Raser danach alles geben, um unsere Uferzonen und die darin brütenden beziehungsweise schlafenden Vögel zu stören", schreibt sie uns, möchte aber anonym bleiben. Viele Leser weisen auf die Müritz hin, wo Wassertourismus und Vogelschutz nebeneinander funktionieren sollen, obwohl es dort tausende Boote gibt.

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