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Gadebusch : Vogelschutz droht Bürger einzuengen

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Die so genannte Vogelschutzgebietslandesverordnung MV`s bereitet Gadebuschs Leitendem Verwaltungsbeamten, Lausen, Kopfzerbrechen.

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erstellt am 27.Apr.2011 | 11:13 Uhr

Die so genannte Vogelschutzgebietslandesverordnung Mecklenburg-Vorpommerns (VSGLVO M-V) bereitet Gadebuschs Leitendem Verwaltungsbeamten (LVB), Andreas Lausen, Kopfzerbrechen. Diese Verordnung soll für den Erhalt wildlebender Vogelarten in den Landesgebieten sorgen. "Seit 2007 gibt es die europäischen Vogelschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt soll es diese auch nach Landesrecht geben, deshalb diese Verordnung", sagt Andreas Lausen, der den Vorentwurf der Vogelschutzgebietslandesverordnung vor sich liegen hat - ebenso das Kartenmaterial. "Die Grenzen des Schutzgebietes sind an die Markierungen der europäischen Gebiete angelehnt", so der LVB. Doch über den Entwurf und das Kartenmaterial kann Andreas Lausen nur den Kopf schütteln. "Das ist erschreckend, wie die Pläne aussehen und wie viele Fehler da drin enthalten sind", schimpft LVB Lausen.

Doch nicht alle Amtsgemeinden Gadebuschs sind von der Verordnung betroffen. Vor allem betrifft es die Gemeinden Dragun, Kneese, Krembz, Mühlen Eichsen, Roggendorf und Rögnitz. Gerade bei diesen Orten stimmt so einiges nicht, so Andreas Lausen. "Für die Kneese, Mühlen Eichsen und Roggendorf sind Festsetzungen in die Pläne geschrieben, gegen die wir jetzt angehen", sagt Lausen. Denn noch bis zum 4. Mai hat die Öffentlichkeit die Gelegenheit, die Pläne in den Ämtern einzusehen und Stellungnahmen abzugeben. Und bis zum 5. Mai müssen die Stellungnahmen und Einwände in Schwerin vorliegen. Doch Andreas Lausen ist alles andere als zuversichtlich. "Wenn das Land sagt, die Einwände interessieren uns nicht, müssen wir schauen, was wir dann machen", sagt Andreas Lausen. Denn für ihn sind die eingezeichneten Grenzen teilweise absurd: "In Mühlen Eichsen ist ein Teil des Gemeindefriedhofs betroffen. Hier liegen 25 bis 30 Gräber in diesem Vogelschutzgebiet." Theoretisch müssten Angehörige von Verstorbenen dann beim Land einen Antrag auf Bodenöffnung stellen. "Ich frage mich, wie lange wir dann auf eine Beerdigung warten sollen und wohin mit den Verstorbenen", sagt der LVB.

Doch damit nicht genug. Auch Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann ist alles andere als begeistert von dieser Verordnung. "Die Gemeinde Kneese wird von dieser Verordnung sehr stark eingeengt, das zeigen auch die Pläne", sagt Andreas Lausen. Viele Nebengebäude und zum Teil auch ganze Grundstücke liegen - laut Vorentwurf - in diesem Vogelschutzgebiet. "Die Gemeinde plant noch einige Radwege. Ich befürchte, wenn die Verordnung so bleibt, wie sie jetzt ist, dann passiert das gleiche wie in Dechow. Und alles wird abgelehnt. Das ist für mich unverständlich", so der LVB.

Den Vorentwurf und die Pläne können die Bürgerinnen und Bürger der Amtsgemeinden noch bis zum 4. Mai zu den Dienstzeiten des Bauamtes oder bei Andreas Lausen im Gadebuscher Rathaus einsehen.

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