Visionen zwischen Ruinen

Der Plan von einer neuen Seebrücke mit Café und Anleger am Zippendorfer Strand macht die Runde durch die Gremien der Stadt. „Nur eine Idee, die wir ausloten wollen“, sagt Projektentwickler Dr. Horst Brandt. Sie gehört zu seinem Konzept für eine „Gesundheits- und Fortbildungsakademie“ im ehemaligen Kurhaus.

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14. Mai 2008, 08:28 Uhr

Zippendorf - Auf rund 45 Meter Länge soll er in den Schweriner See ragen: ein neuer Steg in der Mitte des Zippendorfer Strandes. Auf einer Hauptplattform mit 22 Meter Durchmesser ist ein großes Pavillon-Café mit rund 80 Plätzen geplant. Über eine Freitreppe gelangen Gäste und Wassertouristen zum tiefer gelegenen Bootsbereich. Auch für die Weiße Flotte ist zum offenen See hin ein neuer Anleger vorgesehen.

Diese Seebrücke gehört heute noch ins Reich der Visionen von Dr. Horst Brandt, Geschäftsführender Gesellschafter der Intercom Baubetreuungs-GmbH mit Sitz in der Alexandrinenstraße. Der Schweriner möchte sie gern Realität werden lasen. Er stellte jetzt eine Bauvoranfrage, mit der sich auch der Ortsbeirat Zippendorf beschäftigte. Der befürwortete das Vorhaben einhellig, allerdings mit der Maßgabe, aus Sicherheits- und optischen Gründen über eine Verlängerung des Steges zu verhandeln. Außerdem dürfe er eine zukünftige Investition in die „Bauruine Strandhotel“ nicht behindern.

Obwohl der Steg quasi vis a vis des Strandhotels ins Wasser ragen soll, gehört er doch zum Projekt Kurhaus. „Einen Tag nach der erneuten Zwangsversteigerung des Anwesens Anfang Mai haben wir uns entschlossen, das Gelände zu kaufen“, sagt Dr. Brandt, der jetzt den nächsten Versteigerungstermin abwarten und dann höchstwahrscheinlich zugreifen will. Erste Pläne für die Umgestaltung des 100 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäudes liegen schon bei ihm auf dem Schreibtisch. Auch Mitinvestoren und potenzielle Betreiber stünden bereit.

„Seit 1998 bemühen wir uns schon um das Objekt“, so Brandt. „Mittlerweile haben wir verschiedene Nutzungsmöglichkeiten durchgespielt und wieder verworfen – vom seniorengerechten Wohnen bis zu exklusiven Eigentumswohnungen.“ Als beste Variante habe sich schließlich eine medizinische Fortbildungsakademie mit Gesundheitszentrum und Hotelbetrieb herausgestellt. Auf mehrtägigen Fortbildungsveranstaltungen sollen Ärzte in schönster Lage auf dem Bornberg am Zippendorfer Strand ihre vorgeschriebenen Punkte sammeln, z.B. in den Bereichen Dialyse, Lasertherapie, Akupunktur, Strahlenmedizin, Ernährungsberatung oder Schmerztherapie. Außerdem ist die Aus- und Weiterbildung von Pharmareferenten geplant.

Das Gesundheitszentrum, das keinen Klinikbetrieb darstellen soll, könnte unter anderem Anwendungen in der Osteoporose-Reha, Psychotherapie und Psychosomatik offerieren, außerdem Krankengymnastik sowie Beauty und Wellness.

32 Einzel- und 20 Doppelzimmer, ein Gourmet-Restaurant mit 20 Plätzen, ein Café für 80 Personen und eine Bar mit 38 Plätzen soll es nach den Vorstellungen des Projektentwicklers im Hotel geben.
Rund neun Millionen Euro Investitionskosten werden für das Vorhaben in einer ersten Schätzung veranschlagt. „Ich bin von dem Objekt überzeugt“, sagt Dr. Brandt. Die Immobilie sei schließlich eines der Sahnestückchen der Stadt. Ebenso wie das Strandhotel. Auch hier führe der Projektentwickler Gespräche mit dem aktuellen Eigentümer, der österreichischen Alpha Baumanagement, und neuen Interessenten. Er habe Kontakt zu mehreren potenziellen Investoren, die aber kein Multimedia-Center sondern ein „schnuckeliges kleines Hotel“ mit 50 bis 60 Zimmern am Strand betreiben wollten. Jetzt müsste man sich nur noch über den Kaufpreis einigen.

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