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Klinken: Speziell ausgebildete Diensthunde im Polizeieinsatz : Vierbeinige Spürnasen nicht zu toppen

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In MV stehen drei Polizeispürhunde zur Verfügung. Zwei von ihnen gehören zum Team der Polizeiinspektion Ludwigslust. Seit vier Jahren nutzt die Polizei die Fähigkeit von Hunden.

Drei junge Männer, die sich kürzlich in Westmecklenburg nach einer Taxifahrt ohne Bezahlung auf und davon machen wollten, hatten ihre Rechnung ohne Ben gemacht. Dabei ist Ben erst fünf Jahre alt und hat sich dennoch schon den Ruf einer "Superspürnase" erworben. Zusammen mit Hundeführer Bingfried Bublitz, seit 24 Jahren im Polizeidienst, wurden die "Zechpreller" kurz nach der Tat gestellt. Ben, einer von drei speziell ausgebildeten Polizeispürhunden im Land, hatte den vom Menschen nicht wahrnehmbaren Geruch, den einer der jungen Männer auf dem Taxisitz hinterlassen hatte, aufgenommen und zielgenau verfolgt. "Die Erfolgsquote unserer Spürhunde ist hoch. Das hat sich längst deutschlandweit herumgesprochen", freut sich Polizeihauptkommissar Christof Brensmann, der als Ausbilder in der Diensthundeschule der Landesbereitschaftspolizei in Klinken Verantwortung trägt. In dieser Woche sind hier Polizeihundeführer mit ihren Vierbeiner aus Niedersachsen und Berlin zur gemeinsamen Weiterbildung zu Gast.

Vor dem Einsatz zwei Jahre Spezial-Ausbildung

In Mecklenburg-Vorpommern stehen derzeit drei Polizeispürhunde zur Verfügung. Zwei von ihnen gehören zum Team der Polizeiinspektion Ludwigslust. Seit vier Jahren nutzt die Polizei die außergewöhnliche Fähigkeit von Hunden, zu denen zweifelsfrei auch die Spürnase gehört, um Gefahren abzuwehren, Sachen wie Munition oder Rauschgift aufzuspüren und zunehmend auch, um verschwundene Personen schnell wieder zu finden. Mit 250 Millionen Riechzellen besitzt ein Hund dafür Voraussetzungen, die nicht zu toppen sind. Lucy, Ben und Merlin haben eine rund zweijährige Ausbildung erfolgreich absolviert, bevor sie offiziell als Polizeispürhund an 365 Tagen im Jahr für den Einsatz zur Verfügung stehen. Und sie werden immer öfter gerufen. "Bis zu 20 Einsätze kommen da im Monat mitunter zusammen", sagt Ralf Gründler, der seit zwölf Jahren als Diensthundeführer arbeitet. Die sechsjährige Lucy ist nicht nur seine vierbeinige Kollegin, sondern gehört bei Gründlers längst zur Familie. Dies ist in der Regel auch bei den anderen 70 Polizeihunden im Land der Fall.

Nicht nur bei der Verfolgung von Straftätern, sondern zunehmend auch bei der Suche von verschwunden Personen - darunter Kinder und auch orientierungslose ältere Menschen - werden die Polizeispürhunde zum Einsatz gerufen. Zunächst bekommt der Hund eine Geruchsprobe - Bekleidungsstücke, Spielzeug oder persönliche Dinge - in einem geruchsneutralen Plastebeutel. Dann geht es zur "Arbeit", wie die Hundeführer sagen. Selbst in Städten, wo sich die Gerüche vieler Menschen vermischen, gelingt es Hunden wie Ben zielsicher nur einen Geruch zu verfolgen. Dafür benötigt das Tier höchste Konzentration. "Danach ist er erschöpft und benötigt Ruhe zur Erholung", weis Ausbilder Christof Brensmann genau. Auch deshalb würde er es gerne sehen, wenn die Zahl der zur Verfügung stehenden Polizeihunde größer wäre.

In Deutschland werden Polizeihunde seit 1901 eingesetzt. 1904 hat ein Polizeihund in Braunschweig erstmals einen Mörder aufgespürt.

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erstellt am 23.Jun.2011 | 10:41 Uhr

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