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22. November 2017 | 14:07 Uhr

Viel Schnee – ein teurer Winter

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2010 | 06:09 Uhr

Güstrow Der Tag nach dem Schneechaos am Wochenende begann gestern in den frühen Morgenstunden im Landkreis Güstrow für den Winterdienst damit, wieder zugewehte Straßen zu räumen. Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm: „Die Kreisstraßen Recknitz – Knegendorf und Hohen Luckow – Barz waren in der Nacht wieder dicht. Zwischen Neu Heinde und Prebberede gab es bis zu zwei Meter hohe Schneeverwehungen.“ Außerdem seien die Straßen weiter geräumt worden, die bis gestern nur einspurig befahrbar waren, so Zühlsdorf-Böhm. Diese Situation auf den Nebenstraßen führte dazu, dass die Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow gestern nur die Linien auf den Bundes- und Landesstraßen bediente. Fahrmeister Walter Lestin: „Die Hälfte des Linienverkehrs fiel aus. Deshalb standen die meisten Busse im Depot.“ Auf Rot blieben auch noch die Signale auf der Bahnstrecke Güstrow – Neubrandenburg, wie Bahnsprecher Burkhard Ahlert informierte. Diese Züge nach und ab Güstrow fielen gestern ersatzlos aus.

Wie am Wochenende halfen gestern vor allem auf den Kreisstraßen weiter Landwirte mit schwerer Technik aus. Burkhard Krause, Leiter des Amtes für Straßenbau und Verkehr: „Auf diesen Straßen ist der Schnee so verdichtet, dass Radlader ihn wegschieben müssen.“ Diese Hilfe habe sehr gut geklappt und diese Leistungen könne der Landkreis auch bezahlen. Milch oder andere Lebensmittel, die wegen gesperrter Straßen nicht transportiert werden können, würden der Wirtschaft größeren Schaden zufügen als der Winterdienst koste, macht Krause eine Vergleichsrechnung auf. Der Landkreis Güstrow hat im Haushalt dieses Jahres 60 000 Euro für Straßenunterhaltung und den normalen Winterdienst eingeplant. „Was wir bisher ausgegeben haben, ist überschaubar. Der Landkreis ist dazu in der Lage.“ Sollten die Kosten viel größer werden als vorgesehen, sei ein Nachtrag im Haushalt denkbar. Krause glaubt aber nicht, dass es dazu kommt. Da müsste der Winterdienst zwei Wochen so gefordert werden wie jetzt am Wochenende.

Petra Zühlsdorf-Böhm betont, dass es sich bei solcher Situation wie von Sonnabend bis gestern früh um außergewöhnliche Einsätze handele. Wenn Gefahr im Verzug sei und z.B. Menschen gefährdet seien, werde gehandelt und nicht nach den Kosten gefragt. Der Landkreis begleiche alle Rechnungen der Betriebe, die um Hilfe gebeten worden seien. Dieses Geld werde über einen zusätzlichen Posten abgerechnet. Der Landrat habe angeordnet, so Zühlsdorf-Böhm, für die zusätzlichen Wochenendeinsätze eine Haushaltsstelle einzurichten. Das liege in der Verantwortung des Landrates. Einen „Vorratstopf“ für Katastrophenschutz gebe es nicht.
Bei normalen Mehrausgaben woanders sparen
Auch Harald Teichmann, Ordnungsamtsleiter Güstrow-Land, sagt, dass „man den Winterdienst gebacken“ bekomme. Da müsse man bei Mehrausgaben dann allerdings woanders sparen. Von den rund 8000 Euro, die im Amt Güstrow-Land für den Winterdienst bereit stehen, schätzt Teichmann, seien am Wochenende rund 3000 Euro ausgegeben worden. Gestern ging es per Traktor und Schiebeschild zu allein gelegenen Gehöften wie in Oldenstorf Ausbau und Lähnwitz.

Im Güstrower Haushalt stehen für den Winterdienst dieses Jahr 75 000 Euro. Dazu kommen 17 000 Euro für den eigenen Stadtbauhof. „In Güstrow werden die Gebühren für die Straßenreinigung laut Satzung jedes Jahr neu kalkuliert. 75 Prozent aller Kosten für den Winterdienst werden über diese Satzung auf alle Grundstückseigentümer umgelegt“, erklärt Pressesprecherin Barbara Zucker. Der größte Eigentümer sei die Stadt. Weil vor zwei Jahren nach dem Winter 50 000 Euro per Nachtragshaushalt mehr bezahlt werden mussten, seien die Gebühren 2010 z.B. in der Reinigungsklasse I (Pferdemarkt, Markt) von 6,75 „je Meter Frontlänge“ auf 7,96 Euro für die Grundstücksbesitzer gestiegen, so Zucker. Einen Anstieg gab es auch in den Klassen II und III. In den Reinigungsklassen IV und V sank die Gebühr (in der V z.B. von 1,50 auf 0,96 Euro). In dieser Klasse, so Barbara Zucker, werde zeitlich gestaffelt gereinigt bzw. Schnee geräumt, in der Klasse I fünfmal wöchentlich.Hans-Jürgen Kowalzik

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