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Ratgeber: Schulsysteme variieren von Bundesland zu Bundesland : Verwirrende Vielfalt

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Die CDU-Spitze strebt eine Abschaffung der Hauptschule an. Nach ihren Vorstellungen soll es stattdessen ein Zwei-Wege-Modell mit Gymnasium und Oberschule in allen Ländern geben.

Die CDU-Spitze strebt eine Abschaffung der Hauptschule an. Nach ihren Vorstellungen soll es stattdessen ein Zwei-Wege-Modell mit Gymnasium und Oberschule in allen Ländern geben. Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor, der an die Mitglieder des Bundesvorstands verschickt wurde. Das 30-seitige Papier soll zunächst am Montag vom Vorstand und im November auf dem Bundesparteitag in Leipzig verabschiedet werden. Die Schwesterpartei CSU wies den Vorstoß erneut zurück.

In dem Entwurf schreibt die CDU, derzeit gebe es zu viele Schulformen. "Deshalb treten wir für eine Reduzierung der Schulformen und die Einführung des Zwei-Wege-Modells in allen Ländern ein: Gymnasium und Oberschule". Laut Entwurf strebt die CDU zudem "bundeseinheitliche Bildungsstandards" an. Damit bewegt sich die CDU vorsichtig auf eine Abschaffung des Kooperationsverbotes zu. Es untersagt dem Bund, in der Schulpolitik aktiv zu werden und die Länder an dieser Stelle finanziell zu unterstützen. Dafür müsste jedoch das Grundgesetz geändert werden.

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Das Schulsystem orientiert sich dabei an den festgelegten Rastern Primarstufe (Grundschule), Sekundarstufe I (bis 10. Klasse) und Sekundarstufe II (bis 13. Klasse). Innerhalb dieser Grenzen gibt es aber verwirrend viele Schultypen. Nicht alle werden in allen Bundesländern angeboten.

Duales System
Das ist eine Ausbildungsform in der Sekundarstufe II an zwei Lernorten, einmal an Berufsschulen, Berufsakademien und Fachhochschulen, zum anderen in Betrieben.

Ersatzschule

Das sind Schulen in freier Trägerschaft, die in Organisationsform und Unterrichtsinhalten öffentlichen Schulen entsprechen. Für diese Schulen kann Schulgeld fällig werden.

Förderschule

Das sind Schulen für Kinder, die wegen Behinderungen in allgemeinen Schulen nicht ausreichend gefördert werden können. Sie werden auch Sonderschule, Förderzentrum oder Schule für Behinderte genannt.

Ganztagsschule

Hier gibt es über den Unterricht am Vormittag hinaus an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot. Die Schulform gilt als erfolgversprechend für die Integration von Kindern mit ausländischen Wurzeln, die hier den ganzen Tag Deutsch hören und sprechen.

Gemeinschaftsschule

Sie verzichtet auf eine Trennung der Schüler nach der Grundschulzeit und ermöglicht längeres gemeinsames Lernen in gewohnten Klassen.

Gesamtschule

Das ist eine weiterführende Schule mit mehreren Bildungsgängen, die zu unterschiedlichen Abschlüssen führen: Hauptschulabschluss, Mittlerer Schulabschluss, Berechtigung zum Übergang in die Gymnasiale Oberstufe.

Im kooperativen Schultyp wird der Unterricht in Jahrgangsklassen erteilt, die auf die unterschiedlichen Abschlüsse bezogen sind. Im integrierten Typ wird in den Kernfächern ein leistungsdifferenzierter Unterricht in Kursen erteilt. Gesamtschulen können auch Gymnasiale Oberstufen haben.

Grundschule

Das ist eine gemeinsame Pflichtschule für alle Kinder, die das 6. Lebensjahr vollendet haben. Sie umfasst vier Jahrgangsstufen mit Ausnahme von Berlin und Brandenburg (6 Jahrgangsstufen).

Gymnasium

Das ist eine Schulart für die Jahrgangsstufen 5 bis 13 oder 5 bis 12. Ziel ist das Abitur. Zurzeit stellen fast alle Länder vom neunjährigen auf das achtjährige Gymnasium um.

Hauptschule

Das ist eine weiterführende Schule, in der Regel für die Jahrgangsstufen 5 bis 9. Ziel ist der Hauptschulabschluss.

Haupt- und Realschule

Einige Bundesländer haben die beiden Schulformen zusammengelegt. Die Bezeichnungen sind sehr unterschiedlich: Erweiterte Realschule (Saarland), Integrierte Haupt- und Realschule (Hamburg), Mittelschule (Sachsen), Oberschule (Brandenburg), Realschule plus (Rheinland-Pfalz), Regelschule (Thüringen), Regionale Schule (Mecklenburg-Vorpommern), Regionalschule (Schleswig-Holstein), Sekundarschule (Berlin, Bremen, Sachsen-Anhalt), Verbundene Haupt- und Realschule (Hessen), Zusammengefasste Haupt- und Realschule (Niedersachsen).

Integrative Schule

Hier werden behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet. Dafür gibt es mehr Pädagogen und Helfer.

Realschule

Das ist eine weiterführende Schulart, in der Regel für die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Ziel ist der Mittlere Schulabschluss.

Zwergschule

Sie gibt es oft nur als Modellversuch in ländlichen Gebieten. Um Kinder nicht mit Bussen weite Strecken fahren zu lassen, werden verschiedene Altersgruppen in Kombi-Klassen unterrichtet. Das Prinzip ahmt die traditionelle Dorfschule nach.

Zweiter Bildungsweg

An Abendrealschulen und Abendgymnasien haben Berufstätige die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen.

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erstellt am 23.Jun.2011 | 09:43 Uhr

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