Verwaltungen blockiert

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04. März 2008, 08:22 Uhr

Rostock - Rund 1000 Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen in Norden und Westen Mecklenburg-Vorpommerns haben sich gestern Morgen nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am bundesweiten Warnstreik beteiligt. Auf dem Alten Markt in Stralsund hätten sich rund 350 Menschen versammelt, sagte ver.di-Fachbereichssekretärin Simone Wolff. Die meisten von ihnen seien aus der Stadtverwaltung Stralsund, dem Wasser- und Schifffahrtsamt, der Kreisverwaltung Nordvorpommern und der Marinetechnikschule gekommen. „Es hat uns selbst überrascht, dass so viele gekommen sind“, sagte Wolff. Mit Bussen seien Gewerkschafter aus Rostock nach Stralsund gefahren.

Auch vor dem Rathaus in Wismar kamen nach Gewerkschaftsangaben mehrere hundert Streikende aus Schwerin und Westmecklenburg zusammen, um ihrer Forderung nach mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen. In insgesamt 28 Einrichtungen des Landes sei für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt worden. Die Arbeit in manchen Ämtern sei spürbar gestört gewesen, sagte Wolff. Die betroffenen Verwaltungen seien aber nicht komplett lahmgelegt gewesen, hieß es.

Für Morgen seien in Mecklenburg-Vorpommern keine weiteren Streiks geplant. Dann beginnt in Potsdam die vorläufig letzte Verhandlungsrunde. Ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb fordern acht Prozent höhere Gehälter, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber bieten bisher fünf Prozent – verteilt auf zwei Jahre – bei gleichzeitiger Verlängerung der Wochenarbeitszeit.

Insgesamt legten bei den bislang umfangreichsten Warnstreiks im Tarifkonflikt in Norddeutschland mehr als 35000 Beschäftigte die Arbeit nieder. In Niedersachsen und Bremen beteiligten sich etwa 25000 Mitarbeiter. Bei einer Kundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt nannte ver.di-Chef Frank Bsirske das jüngste Angebot der Arbeitgeber von fünf Prozent mehr Einkommen ein „billiges Täuschungsmanöver“.

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