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Veterinäramt verbietet Schweriner die Tierhaltung : Verwahrloste Schweine gerettet

vom

Nach dem Fund von mehreren Tierkadavern in Schwerin wurden gestern die in dem verwahrlosten Anwesen noch lebenden Tiere - zwei Wollschweine und eine Katze - eingefangen und vorübergehend im Tierheim untergebracht.

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2011 | 10:07 Uhr

Krebsförden | Nach dem Fund von mehreren Tierkadavern in einer Kleingartensiedlung in Krebsförden (SVZ berichtete) wurden gestern die in dem verwahrlosten Anwesen noch lebenden Tiere - zwei Wollschweine und eine Katze - durch Mitarbeiter des Veterinäramtes, des Tierheimes und des Zoos eingefangen und vorübergehend im Tierheim untergebracht. "Der Zustand der Tiere ist gut", sagten Amtstierärztin Dr. Christel Riemann und Tierarzt DVM Eckhard Helms übereinstimmend. Drei freilaufende Ziegen, die vermutlich dem selben Halter gehören, sollen in den nächsten Tagen angefüttert und dann ebenfalls nach Warnitz gebracht werden.

Der 54-jährige Besitzer der Tiere ist derzeit nicht auffindbar. Er hatte sich nach SVZ-Recherchen längere Zeit im Krankenhaus befunden und nicht selbst für seine Tiere sorgen können. Als die Wollschweine am Wochenende aus ihrem Gehege ausgebrochen waren, wurde die Polizei auf den Problemfall aufmerksam und fand auf dem Grundstück mehrere Kadaver. "Wir haben eine tote Ziege, ein verendetes Hängebauchschwein und ein Frettchen gefunden, die wir zur Feststellung der Todesursache nach Rostock in die Pathologie geschickt haben", berichtet die Amtstierärztin. Schon jetzt sei aber gegen den 54-Jährigen ein Verbot der Haltung von jeglichen Tieren ausgesprochen und Anzeige erstattet worden. Die Staatsanwaltschaft übernimmt nun die Ermittlungen.

Schwere Vorwürfe gegen das Veterinäramt hat unterdessen der Tierschutzverband Schwerin und Umgebung erhoben. "Wir haben bereits 2007 gegen den besagten Halter Anzeige erstattet. Wäre man der gewissenhafter nachgegangen, hätte vielen Tieren Leid erspart werden können", sagte Hannelore Gebauer. Und auch die Art und Weise, wie gestern die Schweine abtransportiert worden seien, sei "sehr unprofessionell" gewesen, ergänzte Vereinsvorsitzende Christine Drescher.

Dr. Riemann hält dagegen, dass man vermeiden wollte, die bis zu 100 Kilo schweren Tiere zu betäuben. Der Anzeige aus dem Jahre 2007 sei man nachgegangen, hätte aber bei mehreren Vor-Ort-Terminen, letztmalig im November, keinen begründeten Verdacht auf Tiermisshandlung oder Vernachlässigung erkennen können. Dass es nun zur Verschärfung der Situation gekommen ist, sei bedauerlich, die Konsequenzen wurden gezogen.

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