Verstaubte Gärten

Peter Knüppel hat die Nase voll. An seinem Garten in der Mooskuhle I fahren täglich etliche Kipper vorbei, weil die Bahn nebenan eine Wagenabstellanlage bauen lässt. „Baustelle ist Baustelle“, sagt Knüppel. Aber warum unterblieb jetzt die Bewässerung des Weges? Nicht nur sein Garten sei komplett eingestaubt. Eine Lösung kündigt sich an.

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13. Juni 2008, 08:10 Uhr

Rostock - Der Frührentner Peter Knüppel (59) geht seit Montag nicht mehr gern in seinen Garten. Seitdem nämlich wurde der Weg neben seinem geliebten Kleinod nicht mehr bewässert und die „30 bis 40“ täglich vorbeifahrenden Kipper machten aus dem Grün der Anlage ein staubiges Grau. Das war vorher nicht so. Schon seit Monaten sind Firmen mit einem Eisenbahn-Bauvorhaben beschäftigt und immer hat das mit der Bewässerung des Anfahrtweges geklappt. Der Lärm sei ja zu ertragen und normal für eine Baustelle, so Knüppel.

Aber dieser Staub? Der dürfe doch in dem Maße nicht sein. Der Betroffene wendet sich also am Montag an den Dachverband der Rostocker Kleingärten. Von dort verspricht Geschäftsführer Michael Kretzschmar, sich darum zu kümmern, „auch vorher hatten wir ja immer die Hand darauf“. Er tritt in Kontakt mit der Baufirma. Das Problem soll behoben werden und doch passiert bis Mittwoch nichts. Die Information wurde offenbar nicht an die richtige Stelle weitergeleitet. Der Bauleiter nämlich erfährt davon erst am Donnerstag. „Da ist auch wieder gewässert worden, aber nicht wie vorher mit ausgelegten Schläuchen, sondern nur so in der Mitte hingeplätschert“, sagt Knüppel. Das System mit den ausgelegten Schläuchen sei viel besser. Von der Bauleitung heißt es, man wolle – wenn dem so sei – dieses System auch wieder so einführen.

Die Unterbrechung sei auf Grund eines Firmenwechsels auf der Baustelle zu Stande gekommen, ein logistischer Hintergrund also. Dazu kam die große Trockenheit. Ob der Betroffene nicht hätte den direkten Weg zu den Bauleuten suchen können, heißt es fragend von der Bauleitung. Das habe Knüppel ja, aber ohne Erfolg. Wie dem auch sei: Vor der Wochenendpause wurde gestern nochmal bewässert. Das freut den Kleingärtner, auch für die ganzen Vögel im direkt angrenzenden Landschaftsschutzgebiet.

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