Verrückt nach Faltern

Die Schmetterlingsforscher mit dem Hinzdorfer Dieter Tesch (2. v. l.) im DEBE-Outfit in Venezuela.
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Die Schmetterlingsforscher mit dem Hinzdorfer Dieter Tesch (2. v. l.) im DEBE-Outfit in Venezuela.

Mit seinen Sammlungen exotischer Schmetterlinge hat sich Dieter Tesch schon weit über Hinzdorf hinaus einen Namen gemacht. Bekannt ist der Prignitzer sogar in Venezuela.

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17. Juli 2008, 07:56 Uhr

Hinzdorf - Natürlich stellt der Hinzdorfer im fernen Venezuela nicht seine Exoten vor. Wozu auch, gibt es die dort doch in freier Wildbahn, und das in unzähligen Größen und Farben. Und genau das ist der Grund, weshalb Dieter Tesch in diesem Jahr nun schon zum vierten Mal die weite Reise auf sich nahm. „Ich habe mich vor Jahren erfolgreich um eine Teilnahme an dem Projekt ,Insektenforschung Carabobo’ beworben. Dabei geht es um die Entdeckung neuer Arten und auch die Bestandsaufnahme vorhandener“, erzählt der Hinzdorfer. Ausgangspunkt für die Exkursionen sei dabei immer die Region rings um den Ort Carabobo.

Gemeinsam mit Projektleiter
Norbert Flauger, er ist Biologe, und Dr. Jürgen Schoot aus Uelzen geht es nicht nur auf Schmetterlingspirsch. Unter die sprichwörtliche Lupe nehmen sie alle Tagfalter, bei den Nachtfaltern die Schwärmer und auch einige Großkäfer. Wegen der Letzteren zog es Tesch in diesem Jahr während der Regenzeit (von Mai bis Ende Oktober) nach Venezuela, denn nur dann fliegen die Großkäfer. Absolutes Highlight für Tesch ist aber ein ganz besonderer Schmetterling, nämlich der stahlblaue Morphos, den „man auch den Urwaldgeist nennt“.

Was alles der Hinzdorfer gemeinsam mit seinen Partnern so entdeckt hat, muss aber erst ausgewertet werden. Zum Winter rechnet Tesch mit dem Endergebnis. Übrigens, unterstützt wurden die Projektteilnehmer in diesem Jahr vom Wittenberger Unternehmer Detlef Benecke. Er spendete eine Ausrüstung, dabei unter anderem T-Shirts, die den Namen Prignitz auch nach Venezuela trugen. Kraftstoffkanister konnte Tesch leider nicht mitnehmen. Das hätte sich sonst ganz sicher für den Wittenberger Spediteur gelohnt. „Ein Liter Diesel kostet dort nämlich nur 1,1 Euro-Cent, Benzin 1,3 Cent“, erzählt Tesch. „Das wurde mir besonders bewusst, als ich wieder nach Hause kam und die Zeitung aufschlug. Da sah ich nämlich per Foto Detlef Benecke auf der Elbbrücke bei einer Probe-Straßensperrung stehen.“

Bevor die „Insektenforschung Carabobo“ 2009 abgeschlossen wird, will Dieter Tesch noch einmal nach Venezuela reisen, vermutlich im November, wie er schon mal ankündigte. Man darf gespannt sein auf seine Mitbringsel. „Aber alles unter Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens“, versichert der Hinzdorfer.

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