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Güstrow: Gartencenter kämpfen mit langem Winter : Verluste durch den Frühling im Schnee

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Der winterliche Frühling hat Gartencentern in Güstrow einen Einbruch beim Verkauf von Frühlingspflanzen beschert. Viel landet auf dem Kompost. Der Obi-Markt hat solch ein Jahr seit 1991 nicht mehr erlebt hat.

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2013 | 10:07 Uhr

Selten haben z.B. Baumärkte die Gelegenheit, Schlitten und Schneeschieben gemeinsam mit Frühlingspflanzen zu verkaufen. Zwar ist der größte Boom nach Winter-Utensilien vorbei, aber der eine oder andere fragte dieser Tage noch nach. Aber eben auch nach Frühlingspflanzen. Allerdings: Nachttemperaturen bis zu sechs Grad unter dem Gefrierpunkt und eisiger Ostwind - das sind Anfang April keine guten Voraussetzungen für einen blütenreichen Garten. Noch ist die Erde größtenteils mit Schnee bedeckt und so schnell wird der Frost nicht aus der Erde weichen.

Für die Blumenhändler hat das ein Loch in die Kasse gerissen. "Man kann einiges durch Einnahmen in anderen Bereichen kompensieren, aber längst nicht alles", sagt Norbert Stegemann, Leiter des Obi-Marktes in Güstrow, der solch ein Jahr seit 1991 nicht erlebt hat. Während in den Jahren zuvor 60 Prozent des Umsatzes im Gartenbereich erfolgte, werden derzeit im Kaminbereich, im Innenausbau und bei Türen und Fenstern mehr Einnahmen als sonst verbucht. "Gerade ist ein Kunde mit einem Schlitten rausgegangen", setzt Stegemann noch einen drauf. Andere haben eine kleine Stiege mit Stiefmütterchen im Korb. Sonst, bei wärmeren Temperaturen, wäre der Kauf umfangreicher ausgefallen, vermutet er.

Auch im Hagebaumarkt Güstrow sieht es nicht viel anders aus. "Seit 1. März sind wir auf Frühling eingestellt", lässt Frank Elgner, stellvertretender Marktleiter, wissen. Die Primeln seien gänzlich dem Wetter zum Opfer gefallen, erste Stiefmütterchen würden inzwischen von den Produzenten selbst weggeworfen, da kein Markt sie mehr abnehme. Auch Frank Elgner kann sich in den vergangenen 18 Jahren nicht an solch lange Frostperiode erinnern. "Zimmerpflanzen, Saatgut und Grills werden jetzt gekauft", sagt er.

Nicht ganz so dramatisch sieht Ralph Griem die Situation. Klar habe der Inhaber des Blumenhofes kaum Frühblüher wie Hornveilchen oder Primeln verkauft, doch er habe nur wenig im Geschäft. "An Stiefmütterchen habe ich keine dazu gekauft, sondern nur das, was ich gezogen habe", sagt er. Für ihn sei gut, dass die Leute dann eben mehr Schnittblumen oder gepflanzte Körbchen kaufen, an denen sie sich in ihren Wohnungen erfreuen.

Die Natur ist in diesem Jahr eben nicht so früh dran, doch die Händler müssen vorher wissen, was gekauft wird. Wird es nicht immer früher, dass Primeln gepflanzt werden müssen? Und will nicht jeder Markt der erste sein? "In den letzten Jahren war es immer früher, da hat es gepasst", so Frank Elgner. Und Norbert Stegemann betont die generelle Wetterveränderung. "Es gibt keine fließenden Übergangszeiten mehr", sagt er. Aber was tun, wenn man werden will? Dann müsse er auch genügend Ware parat haben. "Und den Saisonstart verpassen darf man auch nicht", fügt er an. Stegemann: "Das Ostergeschäft ist vorbei. Der Markt aber ist gewappnet, wenn es vielleicht in den Tagen danach doch endlich Frühling wird."

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