Verkannter Fitmacher

Preisgünstig, aus deutschen Landen und kalorienarm – das sind die Eigenschaften des Kohls, die wohl jeder kennt. Dass er aber eine wahre Vitaminbombe und zudem stark im Kampf gegen Krebs ist, wissen die Wenigsten. Und auch für die kreative Küche abseits von Weißkohleintopf und Rotkohl ist er gut geeignet.

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17. Oktober 2008, 07:32 Uhr

Schon die alten Römer wussten den Kohl zu schätzen. Bei ihnen kam das älteste von Menschen genutzte Blattgemüse aber nicht nur auf den Teller. Sie nutzen es auch als Heilmittel. Den Wildkohl von damals gibt es heute kaum noch, aber jede Menge schmackhafter Nachfahren. Sie unterscheiden sich danach, welche Pflanzenteile besonders ausgeprägt sind und welche wir essen.

GehaltvollKohl besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser und hat einen durchschnittlichen Kaloriengehalt von 26 kcal pro 100 Gramm. Gleichzeitig gehört er zu den Spitzenreitern bei Vitaminen und Mineralstoffen. So stecken in 200 Gramm Rotkohl schon 100 Milligramm Vitamin C. In 150 Gramm dieses Gemüses sind außerdem je nach Anbaugebiet 75 bis 400 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K. Besonders wichtig für den Menschen ist außerdem der Gehalt an Folsäure, Vitamin B1, B2, B6 und E sowie an Eisen, Magnesium, Selen und dem herzschützende Kalium. Hinzu kommen nach Auskunft der Verbraucherzentrale viele sekundäre Pflanzenstoffe, die positive Wirkungen auf die Gesundheit haben, beispielsweise die Abwehrkräfte stärken und das Krebsrisiko reduzieren. Der hohe Ballaststoff-Gehalt bringt die Verdauung in Schwung – was viele nach einer Kohl-Mahlzeit leidvoll erfahren.

Anregend
Kohl regt die Verdauung an. Das bekommt manch einer – nicht alle – durch kräftige Blähungen zu spüren. Diese Folge lässt sich aber reduzieren. Die blähende Wirkung nimmt mit dem Garen ab. Deshalb sollten Menschen, die empfindlich auf Kohl reagieren, auf die Rohkost-Varianten verzichten. Manche Hausfrau schwört auf Frost: Den Kohl kurz in die Kühltruhe gelegt, soll seine blähende Wirkung auch nachlassen. Kümmel im Kochwasser oder Fenchel machen das Gemüse ebenfalls leichter verdaulich. Insgesamt sind zarte und frühe Sorten wie China- und Spitzkohl am bekömmlichsten.

Zubereitung
Beim Kauf sollte man auf Frische achten. Kopf und Blätter sollten knackig sein und leuchtende Farben haben. Die Schnittflächen dürfen nicht holzig sein. Vor dem Kochen werden die äußeren Blätter entfernt und der Kohl je nach Sorte und Belieben zerkleinert in Salzwasser kurz blanchiert. Zum Verfeinern bieten sich Pfeffer, Salz, Muskatnuss und Butter an. Essig und Zitrone helfen gegen den Kohlgeruch.

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