Verbrecher haben Zeit: Die Polizei muss weit fahren

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10. Februar 2010, 07:03 Uhr

Bützow/Schwaan/Laage | Unnötig lange Wege fährt die Polizei derzeit, um die Städte Laage und Schwaan zu be streifen. Die vom Schweriner Innenministerium angekündigte Polizeistrukturreform könnte da Abhilfe schaffen. Mehr Polizei in der Fläche verspricht Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ohnehin.

Mit der Reform könnten auch Zuständigkeiten neu geregelt werden. Derzeit fahren Bützower Polizisten bis ins 35 Kilometer entfernte Laage, obwohl das Polizeirevier in Güstrow deutlich dichter ist. Ähnlich die Situation in Schwaan, gegenwärtig von Bad Doberan bestreift. Hier ist das Bützower Revier näher dran. Das Problem sind Landkreis- und Inspektionsgrenzen. Aber: Die Zahl der Polizeiinspektionen soll mit der Strukturreform deutlich reduziert werden - von den jetzt 17 sollen noch acht übrig bleiben. Die heutigen Landkreise Güstrow und Bad Doberan erhalten laut Minister-Entwurf eine gemeinsame Polizeiinspektion. Inspektionsgrenzen fallen also weg, ergo lassen sich Zuständigkeiten neu aufteilen.

Ob es solche Überlegungen gibt, dazu macht das Schweriner Innenministerium derzeit noch keine Angaben. Das sei auch nicht Gegenstand des Reform-Entwurfes im Landtag, sagt Ministeriumssprecherin Marion Schlender. "Das wird dann das Innenministerium festlegen", erklärt sie. Überlegungen zur Struktur in den dann acht Inspektionen gebe es, sie seien aber noch nicht so weit gediehen. Noch offen sei auch die Frage, wo die künftige Inspektion für Güstrow und Bad Doberan ihren Sitz hat.

Für die rund 35 Kilometer von Bützow nach Laage brauchen die Polizisten unter normalen Umständen 35 bis 40 Minuten. "Mit Sondersignal geht es etwas schneller", sagt Bützows Revierleiter Norbert Niessen. Dabei fahren die Beamten an Güstrow fast vorbei. Die Polizisten des dortigen Reviers bräuchten bis Laage deutlich weniger Zeit. Nur rund 20 Kilometer trennen die beiden Orte. "Mit normalem Verstand ist diese Aufteilung nicht nachzuvollziehen", sagt Jürgen Schwießelmann, Stadtpräsident in Laage. Die Polizei könne es einfacher haben und Fahrzeiten deutlich verkürzen, wenn Laage vom Güs trower Revier aus bestreift würde. Das steigere beim Bürger auch das Sicherheitsgefühl. Zwar gebe es noch eine kleine Polizeistation, die sei aber personell schwach und nicht ständig besetzt. "Wenn schon eine solche Reform kommt, sollte man durch Umstrukturierungen versuchen, Fahrzeiten zu verkürzen", sagt Jürgen Schwießelmann.

Ähnlich wie in Laage die Situation in Schwaan. Dort ist außerhalb der Öffnungszeiten der Station das Doberaner Polizeirevier zuständig. Rund 25 Kilometer müssen die Beamten im Falle eines Einsatzes zurücklegen. "Normal brauchen wir bis zu 30 Minuten dafür", sagt Doberans Revierleiter Michael Müller. In der Vergangenheit gab es in Schwaan bereits häufig Kritik an mangelnder Polizeipräsenz. Das Bützower Revier ist rund fünf Kilometer dichter.

Ziel des Ministers sei die Neuorganisation der Landespolizei noch in diesem Jahr. Aus jetzt fünf Polizeidirektionen werden zwei Präsidien, im westlichen und im östlichen Landesteil, aus 17 Inspektionen acht. 37 Polizeireviere in MV sollen erhalten bleiben. Im Landkreis Güstrow sind es derzeit drei: in Bützow, Güstrow und Teterow. Die sechs Autobahnpolizeireviere bleiben, sollen künftig aber mit der regionalen Verkehrsüberwachung weitere Aufgaben übernehmen.

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