Vandalismus auf Kosten der Kinder und Vereine

Dieses Bild bot sich in einem Raum der Turnhalle in der Gadebuscher Amtsstraße.
3 von 3
Dieses Bild bot sich in einem Raum der Turnhalle in der Gadebuscher Amtsstraße.

Unbekannte Täter haben in Gadebusch einen Schaden von mehreren tausend Euro angerichtet. Sie setzten u. a. eine Sporthalle unter Wasser. Die Leidtragenden sind 228 Grundschüler, Sportvereine und Menschen, die sich nach Herz-Kreislauf-Beschwerden zurück ins normale Leben kämpfen.

von
26. September 2008, 08:58 Uhr

Gadebusch - Auf das Konto der Vandalen gehen vermutlich mehrere Einbrüche. Sie drangen nach ersten Erkenntnissen der Polizei in drei Gebäude ein. Den größten Schaden richteten sie in der Turnhalle in der Amtsstraße an. Sie randalierten in den Räumen, zerstörten Sanitärbereiche und setzten die Halle unter Wasser. Die Stadt sperrte das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahre 1913 aus Sicherheitsgründen.

„Den Schaden haben die Kinder zu tragen“

„Durch den Wasserschaden ist noch nicht abzusehen, ob das alles mit Trocknungsmaßnahmen getan ist oder ob wir vorerst keine Sporthalle für unsere 228 Grundschüler haben. Den Schaden durch den Vandalismus haben letztlich die Kinder zu tragen“, sagt Schulleiterin Iris Lehmann. Nach ihren Angaben trifft es die Kleinsten der Kleinen. Denn auch für sie gibt es einen materiellen Schaden. Sportsachen, die in der Halle deponiert waren, sind durchnässt. Sie sind zum Teil nicht mehr zu gebrauchen. „Manche Sachen sind gerade erst neu. Längst nicht jede Familie kann auf Schlag komplett neues Sportzeug finanzieren“, verdeutlicht Lehmann.

Nicht nur für Schüler, sondern auch für Vereine ist die Turnhalle vorerst eine Sperrzone. Das trifft ebenso auf eine Sportgruppe zu, deren Mitglieder sich nach Herz-Kreislauf-Beschwerden zurück ins normale Leben kämpfen – unter ärztlicher Aufsicht.

„Was hier zerstört wurde, wird die Allgemeinheit viel Geld kosten. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind wir bemüht, die Taten schnellst möglich aufzuklären und bitten auch die Bevölkerung, uns zu unterstützen“, sagt Klaus Wiechmann von der Polizeidirektion Schwerin. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei waren die Täter in der Nacht zum Freitag in die drei Gebäude eingedrungen.
Neben der Turnhalle waren auch zwei Baracken von den Einbrüchen betroffen. Auf dem Schlossberg versprühten sie in einem Gebäude den Inhalt zweier Feuerlöscher und schütteten Farbe auf den Fußboden. Außerdem durchsuchten sie eine Baracke in der Nähe der Museumsanlage. Polizeihund „Balu“ nahm die Verfolgung auf – in der Bahnhofstraße verlor der tierische Kommissar die Spur der mutmaßlichen Vandalen.

Nach Angaben der stellvertretenden Bürgermeisterin Rommy Elßner soll ein Gutachter die Schadenshöhe ermitteln. Sie spricht von massiver Zerstörungswut ohne Sinn und Verstand. „Ich vermute, die Täter wissen nicht einmal, was sie für Folgeschäden anrichteten“, sagt Elßner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen