V1-Raketenschleuder wird in Peenemünde nachgebaut

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18. März 2008, 12:48 Uhr

Peenemünde - Im Historisch-Technischen Museum Peenemünde wird derzeit die Raketenschleuder der sogenannten V1 in Originalgröße nachgebaut. Auf dem Ausstellungsfreigelände der früheren Heeresversuchsanstalt montierten am Montag Stahlbauexperten die letzten bis zu sechs Meter hohen Trägerunterbauten für die insgesamt 48 Meter lange Rampe. Die nach ihrem Erfinder benannte Walter-Rohrschleuder werde voraussichtlich ab Mitte Mai komplett zu besichtigen sein, sagte Museumssprecherin Ute Augustat.

Die Schleuder galt als wichtiges Vorgängermodell der modernen Raketentechnik. Mit der Rampe waren seinerzeit im Norden von Usedom Versuche zum Abschuss der 2,1 Tonnen schweren Rakete unternommen worden, die seinerzeit von den Nazis als Vergeltungswaffe propagiert worden war. Dabei wurden die sieben Meter langen Raketen über eine um sechs Prozent geneigte Rampe abgeschossen. Die Energie bezogen die Geschosse über einen Dampfdruckmechanismus, der durch die Explosion von Kaliumpermanganat und Wasserstoffsuperoxid ausgelöst wurde.

Die bis 2000 Meter hoch fliegenden Geschosse schlugen nach etwa 25 Minuten ein und kosteten vor allem in London und Brüssel zahlreiche Zivilisten das Leben. Zum Kriegsende waren die weitgehend mobilen Startvorrichtungen vor allem an der französischen Kanalküste im Einsatz. Mit einer Abschussgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern kamen die mit 850 Kilogramm Sprengstoff bestückten Geschosse auf Reichweiten von maximal 238 Kilometern.

Von den etwa 9000 auf London gerichteten V1-Waffen hatten seinerzeit lediglich 2350 ihr Ziel erreicht. Neben Fehlstarts und Abstürzen waren viele dieser Raketen von den Alliierten abgefangen worden.

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