Urteile im Prozess gegen Bützower Randalierer

Im Prozess um die Randale bei einem Volksfest in Bützow im August 2007 sind gestern vier der Angeklagten zu Haft- beziehungsweise Bewährungsstrafen verurteilt worden.

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03. März 2008, 07:11 Uhr

Güstrow/Bützow - Betrunkene Männer mit kahlgeschorenen Köpfen und szenetypischer Kleidung zogen randalierend durchs Zentrum von Bützow. Sie zerstörten Getränkewagen eines Stadtfestes, legten kleinere Brände, prügelten auf einen Türken ein und demolierten den Imbiss eines Pakistaners, der in Todesangst geriet. Darüber, was in der Nacht zum 25. August 2007 geschah, herrscht unter den Bützowern weitgehend Einigkeit. Doch sind Übergriffe von mutmaßlich Rechten auf Ausländer auch immer als ausländerfeindlich zu werten?

Das Amtsgericht Güstrow ist nicht dieser Meinung. Gestern verurteilte es sechs Randalierer wegen gemeinschaftlichen Landfriedensbruchs. Rechte Motive wurden im Urteil nicht genannt.

Nur einer der Angeklagten muss nach dem Urteil in erster Instanz tatsächlich in Haft. Zwei Jahre und acht Monate lautet das Urteil für den 24-Jährigen, wobei allerdings noch eine Strafe aus einem anderen Verfahren einfließt. Drei weitere Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen von zwölf, zehn beziehungsweise sechs Monaten. Zwei Angeklagte kamen mit Verwarnungen davon und müssen Sozialarbeitsstunden leisten.
Die Vorsitzende Richterin sagte in ihrer Urteilsbegründung, sie glaube dem attackierten Pakistaner, der mit seiner Familie über dem Imbiss lebt, dass er Angst um sein Leben hatte. Den Angeklagten könne jedoch weder der Angriff auf den Türken noch die Plünderung des Imbissladens zugeordnet werden.

Auf einem Handyvideo hatte einer der Angeklagten festgehalten, wie die Mitangeklagten auf die Jalousien des Ladens eintraten und einer in das Geschäft eindrang. Dass etwas zerstört oder gestohlen wurde, ist laut Gericht nicht zu sehen. Der Schaden am Imbiss betrug 7000 Euro, der Gesamtschaden der Krawalle 35 000 Euro.

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