Unzufriedene gründen Bund für Rostock

Sie wollen etwas völlig Neues machen: ehrliche Politik in Rostock. Eine Gruppe von zwölf Bürgern gründet deshalb morgen den Bund für Rostock. In vielen Teilen deckt sich die Politik mit den Zielen von Oberbürgermeister Roland Methling. Mit Kritik an Parteien sparen sie nicht.

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28. Mai 2008, 09:24 Uhr

Rostock - „Es geht uns nicht um Posten und Pöstchen“, sagt Knut Leiminger, Sprecher der neuen Gruppierung, die sich morgen den Namen Bund für Rostock geben möchte. Ihre Parolen sprechen vielen Rostockern aus der Seele, die in der Politik der Hansestadt bisher einen Selbstbedienungsladen für ehrgeizige Parteikader und Funktionäre sehen.

Die Kritik der Unzufriedenen richtet sich vornehmlich gegen die Fraktionen der Bürgerschaft, die nach ihrer Auffassung eine unrühmliche Rolle in der Stadt spielen. Seit Monaten liefert sich das Stadtparlament Gefechte mit dem Oberbürgermeister. Entscheidungen werden verzögert. „In Rostock passiert nichts, ein ständiges Hin und Her ohne Vorankommen“, diagnostiziert Leiminger. Das Heilmittel: eine neue Politik ohne Parteicouleur. Und da, obwohl in der Gruppierung auch Mitglieder der Bürgerschaft heimisch geworden sind.

In vielen Punkten einer Meinung mit dem OB

In den vergangenen Wochen gab es viele lockere Zusammenkünfte der Mitglieder, um der Gruppierung auch ein inhaltliches Gesicht zu geben. Ein Programm ist noch nicht verabschiedet. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass der Bund für Rostock den in den vergangenen Monaten stark unter Beschuss geratenen Oberbürgermeister Roland Methling etwas Luft zum Atmen verschaffen könnte. „Unsere Vorstellungen decken sich in weiten Teilen mit dem Programm des Oberbürgermeisters“, stellt Sprecher Leiminger fest. Immerhin sei er mit einer überweltigenden Mehrheit von den Rostockern gewählt worden. Der Rathauschef freut sich über die Anerkennung und die unverhoffte Rückendeckung. „Wer Politik für Rostock betreibt, der hilft natürlich auch mir.“

Eine programmatische oder personelle Verbindung zum Bündnis für Rostock, das den parteilosen Hanse-Sail-Manager 2005 an die Macht hievte, besteht den Angaben zu Folge nicht. Diese maßgebliche Wahlkampfplattform, in der zeitweise bis zu 100 Mitglieder organisiert waren, hatte sich 50 Tage nach Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters aufgelöst. Mission beendet.

Bund hofft auf vieleweitere Unterstützer

Eine kleine Randgruppe oder gar ein Bündnis auf Zeit wollen die Parteienverdrossenen nicht bleiben. Nach der morgigen Gründung stehe das Bündnis offen für alle interessierten Bürger. Dann soll die Zahl der Mitglieder sehr schnell über zwölf schnellen. Je eher, desto besser. Leiminger: „Nur so können wir Druck auf die Parteien ausüben und auf das Geschehen im Rathaus einwirken.“ Und das etwas geschehen muss, steht für den Bund für Rostock außer Frage.

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