Ausbildungsnetz Parchim jetzt für Hochschulabsolventen erweitert : Unternehmer werben um Nachwuchs

Ausbildung.jpg

Fachkräftemangel scheint das Wort des Jahres. Doch wie steht es um die heiß begehrten Ausbildungschanchen? Wir blicken auf die Situation im Landkreis Parchim und stellen ein Berufsbild vor.

von
22. Dezember 2010, 11:20 Uhr

Der Lagebericht zur Situation am Übergang-Beruf im Landkreis Parchim beziffert die Zahl der Schulabgänger in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2010 auf 10 300. Dem stehen 11 000 Ausbildungsplätze gegenüber. Das bedeutet, dass die meisten Ausbildungsangebote mit den Schulabgängern der Region besetzt werden können. Damit ist vorerst der Tiefstand der Schulabgängerzahlen erreicht. Nach 2011 wird es eine leichte Erhöhung geben. Die Zahl der Schulabgänger wird sich dann bei etwa 12 000 bis 13 000 einpendeln. Eine weitere Steigerung ist nicht mehr zu erwarten.

Trend: Mehr Jobs mit hohen Anforderungen

Eindeutig ist laut Lagebericht des Parchimer Übergangsmanagements Schule-Beruf auch, dass die Zahl der nachgefragten Ausbildungsprofile mit sehr hohen Anforderungen steigt und die Ausbildungsberufe mit sehr niedrigen Anforderungen immer weniger angeboten werden. Hier klafft die Schere immer weiter auseinander. Die Zahlen der Schulabgänger im Landkreis minimierten sich gemäß dem Landestrend: Absolventen/Abgänger insgesamt gab es 2008 noch 1287, ein Jahr später sackte die Zahl auf 748. Die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) machten 2008 insgesamt 654 Mädchen und Jungen, 2009 nur noch 266. Ähnlich bei der Mittleren Reife, die Zahl sank von 371 auf 286; Berufsreife und Förderschulabschluss bewegten sich von 100 nach 75.

Soweit die Zahlen. Pionierarbeit leisten im Landkreis das Parchimer Übergangsmanagement und der Unternehmerverband. Gerade erst ist das Ausbildungsnetz Parchim auf Initiative des Unternehmerverbandes um Beschäftigungsmöglichkeiten mit Studienhintergrund erweitert worden. Der Unternehmerverband mit seinem Regionalleiter Wolfgang Waldmüller erfasst seit August 2009 über alle Branchen, welche Firmen im Landkreis Praktikums-, und Ausbildungsplätze, Ferienjobs sowie Studienangebote offerieren. Dabei werden also auch die Betriebe erfasst, die jungen Menschen vor Ort mit Studienabschluss eine Beschäftigung anbieten können. Waldmüller: "Der Unternehmerverband führt dieses Ausbildungsprojekt fort, da es den Bereich Fachkräftesicherung und somit einen zentralen Punkt für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen tangiert." Beschäftigungsmöglichkeiten werden in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement - ParMa - im Webportal www.ausbildungsnetz-parchim.de veröffentlicht.

Die Unternehmer müssen für ihr Ausbildungsangebot am besten gemeinsam ein wirksames Marketing in der Region entwickeln und umsetzen, um neue Azubis anzulocken, fordert auch der SPD-Kreistagsabgeordnete Christian Brade: "Bereits jetzt scheiden altersbedingt mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess aus, als Jugendliche nachrücken."

Schon mehr als 40 Ausbildungsmessen

Zur Vorbereitung dieses Ausbildungsjahres haben in Westmecklenburgs über 40 Berufsausbildungsmessen und Berufsstartertagen stattgefunden. Kehrseite: Schulen werden mittlerweile häufig mit Angeboten überfrachtet. Die Unternehmer, die bereits unmittelbare Partnerschaften mit Schulen pflegen, haben trotz weniger Schulabgängern keine Nachwuchsprobleme. Im Rahmen der Kooperationen haben sich die Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung unter den Jugendlichen herumgesprochen, die Qualität ist bekannt. Brade: "Dies gepaart mit dem Wissen einer relativ hohen Übernahmechance nach der erfolgreichen Berufsausbildung ist das beste Marketing." Für besonders leistungsstarke Jugendliche müssten besondere Formen der Berufsausbildung gefunden werden. Zusatzqualifikationen, unkomplizierte Übergänge zur Meister- und Fachwirtqualifizierung und vorzeitige Zulassungen zur Abschlussprüfung seien nur einige Beispiele.

Johanna besucht die Regionale Schule Marnitz und absolviert ein Praktikum bei der Parchimer Zeitung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen