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Unsichtbaren Schlafstörern auf der Spur

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erstellt am 22.Sep.2010 | 06:45 Uhr

Hof Kreien | Birgit Pfaff hebt den "Tannenbaum" - es knistert laut aus dem futuristisch anmutendem Gerät, als sie dieses an ihr schnurloses Telefon hält. "Das ist ein Hochfrequenz-Messgerät - auch Tannenbaum genannt", sagt sie lachend. "Damit messe ich die Strahlung, die von Handymasten oder W-Lan ausgeht - Strahlen der technischen Geräte, die senden."

Birgit Pfaff ist eine Baubiologische Standortexpertin. Sie untersucht Häuser und Wohnungen auf überhöhte Strahlenbelastung. Denn in den letzten drei Jahrzehnten habe die Elektrobelastung sehr zugenommen, erklärt sie. "Mein Ziel ist es, Aufklärung über schädigenden Einfluss von Erdstrahlen, Wasseradern und Elektrosmog am Schlafplatz zu verschaffen." Zwei mal monatlich hält die 52-Jährige Vorträge zum Thema Elektrosmog. "Mit den Vorträgen möchte ich in die Thematik einführen, dem Halbwissen entgegenwirken und Klarheit schaffen."

Elektrosmog ist ein verallgemeinerter Begriff für Strahlungsphänomene und eben diese misst Birgit Pfaff. "Ich lege den Fokus vor allem auf den Schlafplatz", erklärt die 52-Jährige. "Denn hier verbringt der Mensch viele Stunden täglich, bewegt sich nur wenig und ist daher einer möglichen Strahlung viel eher ausgesetzt, als wenn er sich im Raum bewegt." Durch diese Strahlung, der man langfristig ausgesetzt sei, könnten Krankheiten gefördert werden, so Pfaff. Wenn der Schlafplatz durch Strahlungen gestört sei, fände der Schlafende oft keine Ruhe, die Tiefschlafphase fiele weg und dadurch würde der Melantonin-Haushalt gestört. Das Hormon Melantonin steuert den Schlaf-Wachrhythmus sowie die Ausschüttung von anderen Hormonen. Sei diese Ausschüttung gestört, könne es zu Dauerstress für den Menschen und so zu gesundheitlichen Schäden führen, erklärt die Baubiologische Standortexpertin. "Schlaflosigkeit, Rheumaerkrankungen, Rückenschmerzen, Bettnässen im Schulkindalter, auch Kinderlosigkeit und Krebs können in einem von Strahlen verseuchten Schlafplatz ihre Ursache haben oder dort eine Verstärkung erfahren", so Pfaff. Die Messungen, die sie durchführt, würden hier Klarheit verschaffen.

Zehn unterschiedliche Strahlenarten kann Birgit Pfaff mit ihren Geräten erfassen. Mit der Rute ist es der 52-Jährigen möglich, Wasseradern, Gesteinsbrüche oder Globalgitterkreuze sowie elektrische als auch magnetische Wechselfelder zu erspüren. Pfaff nimmt auf Anfrage eine Hausuntersuchung vor. "Ich messe zuerst die technische, dann die natürliche Strahlung. Daraufhin erstelle ich ein Protokoll, das genau festhält, welche Belastungen wo auftreten und wie hoch sind sie. Dann unterbreite ich - sollte dies nötig sein - Saniervorschläge, wie die Kunden zu einem störungsfreien Schlafplatz kommen können." Ist die Sanierung abgeschlossen, überprüft Birgit Pfaff den Raum noch einmal mit ihren Messgeräten. "Strahlenbelastungen unter 20 Millivolt sehen wir nicht als schädigend an. Bei mehr als 100 mV sollte man schon etwas tun. Ich messe aber sehr oft um die 3000 mV in Wohnungen."

Sobald die Strahlenbelastung dann beseitigt sei, erhole sich der Organismus erfahrungsgemäß recht schnell, sagt Birgit Pfaff. "Meistens ist den Menschen schon geholfen, wenn der Bettplatz saniert ist."

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